Bald startet das „Vikings“-Spin-off beim führenden Wikinger-Portal Netflix

Zum ersten Mal in Norwegen: Freydis (Frida Gustavsson) und Leif (Sam Corlett) sind aus Grönland nach Kattegat gereist. Szene aus der Serie „Vikings: Valhalla“, die am 25. Februar bei Netflix startet.

Zum ersten Mal in Norwegen: Freydis (Frida Gustavsson) und Leif (Sam Corlett) sind aus Grönland nach Kattegat gereist. Szene aus der Serie „Vikings: Valhalla“, die am 25. Februar bei Netflix startet.

Die lustigste Szene mit Wikingern in der Popkultur stammt wohl aus den ersten Minuten der ersten Folge der ersten Staffel von „American Gods“ – einer Serie, die sonst gar nicht von Wikingern handelt. Da kommen die ersten Nordmänner abgekämpft in Amerika an, ein abgemagerter Haufen mit gehörnten Helmen, völlig erledigt vom vielen Rudern, überglücklich auf Land gestoßen zu sein. Und nachdem sie erst mal von den fremden Stechmücken halb aufgefressen werden, treffen geschätzte 500 Indianerpfeile ausschließlich einen besonders Unglückseligen dieser Normannen. Der historische Exkurs zu Beginn der Serie „American Gods“ markiert auch die „Einreise“ der Wikinger-Gottheiten in jene Lande, die später einmal Vereinigte Staaten von Amerika heißen sollen.

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Den Wikinger, dem offiziell die Entdeckung Amerikas mehr als vier Jahrhunderte vor Christoph Kolumbus zugeschrieben wird, werden wir bald wieder im Streaming erleben. Leif Eriksson ist der Held von „Vikings: Valhalla“, einem Spin-off der wohl beliebtesten Wikinger-Serie „Vikings“, das am 25. Februar bei Netflix startet.

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Ungefähr 100 Jahre nach den Ereignissen um den ambivalenten Wikinger-Chef Ragnar Lodbrok und seine verwegenen Söhne kommt jener Leif von Grönland nach Kattegat, wo König Knut einen Angriff auf London plant. Grund ist, dass der englische König Aethelred am 13. November 2002, dem Tag des heiligen Brictus, ein Massaker an den in England siedelnden Wikingern verüben ließ. Weil sich Knuts wilde Männer inzwischen in altgläubige Traditionalisten und christliche Konvertiten teilen, bräuchte man fürs lustvolle Hauen und Stechen allerdings gar keine Sachsen mehr.

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„Vikings: Valhalla“-Trailer zeigt, was Wikinger-Fans lieben

Der Trailer zeigt, was „Vikings“-Fans lieben, seit in der ersten Staffel 2013 Ragnars Leute das englische Kloster Lindisfarne plünderten: bärtige Typen, die ihre Äxte einschüchternd auf ihre Schilde schlagen. Drachenboote, die Flüsse hochfahren. Geordnete englische Kräfte, die vor brüllend losstürmenden Kriegern zurückweichen. Und Kaiser Claudius‘ gute alte Römerbrücke über die Themse, die in der Mitte auseinanderbricht.

„Bringt mir den Knabenkönig“, fordert König Knut (Bradley Freegard) bildfüllend. Kurze Nahaufnahmen gibt es auch von Leif Eriksson (Sam Corlett erinnert in der aparten Mischung aus Unschuld und Entschlossenheit an den jungen Brad Pitt), seiner Schwester Freydis (Frida Gustavsson hat einen Blick, der töten kann) und von dem Massaker entkommenen Prinz Harald (Frisur und Wangenknochen von Leo Suter erinnern an Ragnars Sohn Ubbe aus der Originalserie). Der englische Knabenkönig Edmund hat durchaus Grund, bange von Londons Stadtmauer zu blicken.

Die Geschichte gründet auf wahren Ereignissen

In der historischen Wirklichkeit gelang es den Wikingern in den Jahren nach dem Massaker, England zu terrorisieren. Der dänische König Sven Gabelbart scheiterte zwar im Jahr 1003 mit einem spontanen Rachefeldzug zunächst an einer Hungersnot. Aber ab 2006 wurde geplündert und gebrandschatzt, und die Wikinger wurden der Schrecken des Inselreichs.

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2013 musste der englische König Aethelred zeitweilig sogar zu seinem Schwager in die Normandie fliehen. Edmund heiratete dann gegen den väterlichen Willen die Witwe eines ermordeten Wikinger-Adeligen, und nachdem König Aethelred 2016 während einer Wikinger-Belagerung starb, band sich dessen Witwe Emma an Knut, den Sohn und Nachfolger von König Sven. Hochzeiten führten schon aus so manchem Beziehungstief der Völker.

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Es gab in jenen Tagen auch noch viele geschichtliche Miniwendungen, kompliziert wie das Strickmuster eines anspruchsvoll gemusterten Norweger-Pullis. Dass in der Serie „Vikings: Valhalla“ aber nicht Sven, sondern Knut den ersten Rachefeldzug anführt, lässt darauf schließen, dass Serienschöpfer Jeb Stuart (der als Drehbuchautor von „Stirb langsam“ begann) lieber Historikprofessoren vergrätzt, als ein von Detailwissen überfordertes Streamingpublikum mit nuancierter Authentizität vom Bildschirm zu verjagen. Sagen wir, die Geschichte basiert auf wahren Ereignissen.

So war das auch in der Originalserie: In der hatte man Leif Erikssons großen Menschheitsschritt der Entdeckung Amerikas schon Ubbe in die Stiefel geschoben und das Ereignis damit um gut ein Jahrhundert vorverlegt. Die Gefahr, dass Ubbe damit den – in Skandinavien mit einem Festtag gefeierten – Leif Eriksson aus dem Kopf der „Vikings“-Fans als Amerikaentdecker verdrängen könnte, besteht dabei durchaus. Die amerikanische Gedächtnisforscherin Elizabeth Loftus gab Anfang 2021 in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ zu bedenken, dass die falschen Informationen sogenannter Historienserien von Betrachtenden für wahr genommen würden. Das bequeme Gehirn unterscheide nicht zwischen Wahrheit und Fiktion.

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Bis Leif in drei Wochen in „Vikings: Valhalla“ durchstartet, kann man sich wikingermäßig einstimmen und sich – so noch nicht geschehen – „The Last Kingdom“ (seit 2015) zuwenden, der Geschichte eines englischen Fürstensohns, der im neunten Jahrhundert als Geisel der Wikinger aufwächst. Aus der optisch passablen BBC-Verfilmung von Bernard Cornwells Mittelalterromanen wurde ab der zweiten Staffel durch Netflix-Investitionen ein bildmächtiges Spektakel.

Und Alexander Dreymon ist als attraktiver Held Uthred einer, der für Gerechtigkeit, die Wiederherstellung seines Rufs kämpft, zwischen seinen beiden Identitäten hin- und hergerissen ist, und aus dem immer wieder die Härte eines Normannen hervorbricht. Gerüchteweise hält Netflix die abgedrehte fünfte und letzte Staffel von „The Last Kingdom“ derzeit zurück, um „Vikings: Valhalla“ erst mal die volle Aufmerksamkeit der Wikinger-Fans zu sichern.

Überhaupt ist Netflix das anerkannt führende Wikinger-Portal unter den Streamingdiensten. Dort läuft zudem die norwegische Serie „Norsemen“ (2016 bis 2020). In deren drei Staffeln die rauen Gesellinnen und Gesellen überraschend formvollendet über ihre seltsamen Gebräuche parlieren. Die zweitwitzigste Wikinger-Szene aller Zeiten ist, wenn der dem harten Kriegerleben abholde Häuptlingsstellvertreter Orm bei der Wiedersehensparty nach einem Raubzug zwei Brandschatzern beim gemeinsamen Pinkeln erzählt, dass ihm von den harten Bänken bei der Party sein „Arschikel eingeschlafen“ sei. Sein was? Das fragen sich die Kollegen auch. Unbedingt ansehen!

„Vikings: Valhalla“, von Jeb Stuart, mit Sam Corlett, Frida Gustavsson, Leo Suter, Laura Berlin (die erste Staffel ist ab 25. Februar bei Netflix streambar)

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