Untersuchung gegen Moderatorin eingeleitet

BBC: Schadenfreude über Johnson-Rückzug hat Konsequenzen

Die BBC hat eine Untersuchung gegen Moderatorin Croxall in Auftrag gegeben.

Die BBC hat eine Untersuchung gegen Moderatorin Croxall in Auftrag gegeben.

Ihre Schadenfreude über den Rückzug von Ex-Premier Boris Johnson aus dem Rennen um die britische Regierungsspitze hat für eine BBC-Moderatorin Konsequenzen. Der britische öffentlich-rechtliche Nachrichtensender BBC News leitete am Montag eine Untersuchung ein. Es geht darum, ob Martine Croxall am Sonntagabend bei der Besprechung der Titelseiten britischer Zeitungen gegen das Gebot der Überparteilichkeit verstoßen hat.

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Als einziger Bewerber versammelte er die erforderliche Unterstützerzahl von mindestens 100 abgeordneten Personen, wie die konservative Partei mitteilte.

Johnson hatte am Sonntagabend mitgeteilt, entgegen allen Erwartungen doch nicht erneut für das Amt des Premiers anzutreten, obwohl er laut eigenen Angaben den nötigen Rückhalt in der Fraktion gehabt hätte. Er sei zu dem Schluss gekommen, dass dies nicht der richtige Weg sei, schrieb der Ex-Regierungschef.

Schadenfreude in der Sendung

Rund 90 Minuten später sagte Croxall in der Einleitung der Sendung mit fröhlicher Miene: „Das ist alles sehr aufregend, nicht wahr? (...) Darf ich wohl so schadenfroh sein? Nun ja, ich bin es.“

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Danach äußerten Zuschauer in den sozialen Medien Kritik. Der konservative Abgeordnete Neil O‘Brien beschrieb die Moderation auf Twitter als „selbstzerstörerisch“, da die BBC ein Bollwerk gegen das „Abgleiten der Medien in eine mediale Jauchegrube im US-Stil“ sein solle. Die BBC steht unter enormem Druck von konservativer Seite. Die Tories wollen dem Sender langfristig die Mittel kürzen und die Gebührenfinanzierung neu aufstellen.

Die britische Nachrichtenagentur PA meldete, Croxall werde bis zum Abschluss der Untersuchung keine Sendungen mehr moderieren. Ein BBC-Sprecher sagte am Montag, es gebe interne Prozesse, um die höchsten redaktionellen Standards der BBC aufrechtzuerhalten. Diese seien nun eingeleitet worden. Von Croxall selbst gab es zunächst keinen Kommentar.

RND/dpa

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