„Plattform für Faschisten"

Empörung über Höcke-Interview im MDR - Twitter-Nutzer fassungslos

Björn Höcke, Fraktionsvorsitzender der AfD im Thüringer Landtag.

Björn Höcke, Fraktionsvorsitzender der AfD im Thüringer Landtag.

Erfurt. Am vergangenen Freitag lud das MDR-Landesfunkhaus Thüringen den AfD-Landeschef Björn Höcke zum Sommerinterview mit Redakteur Lars Sänger, dessen zwei vorhergehende Interviews mit dem Rechtspopulisten überwiegend gute Noten bekamen. Doch das diesjährige Interview mit Höcke wird unter anderem in den sozialen Netzwerken heftig kritisiert.

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„Ich versteh‘ nicht, wie man als Teil des ÖR einem Faschisten eine solche Plattform geben kann“, schreibt zum Beispiel eine Nutzerin auf Twitter. Während einige User kein Problem darin sehen, einem der umstrittensten AfD-Politiker ein Forum zu geben, schreibt ein anderer: „Die deutsche Verfassung ist antirassistisch, proeuropäisch, tolerant. Höcke nicht. Kein Forum für Verfassungsfeinde.“

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Höcke setzt Putins Krieg mit „völkerrechtswidrigen Kriegen der USA“ gleich

Ein „Redeverbot“ für Vertreter extremistischer Parteien wird es im öffentlich-rechtlichen Rundfunk auch in Zukunft nicht geben. Allerdings darf gerätselt werden, warum sich MDR-Redakteur Sänger von Höcke an diesem Tag an einigen Stellen des Interviews geradezu überrollen ließ. So hakte er nicht ein, als Höcke Putins Krieg gegen die Ukraine mit „völkerrechtswidrigen Kriegen der USA“ gleichsetzte und sich für eine engere Partnerschaft mit Russland aussprach.

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Zudem unterstellte Höcke dem Moderator, er hätte „die journalistische Unart“, ständig „Co-Referate zu halten“. Höcke: „Das ist ja nicht so, dass Sie mir Fragen stellen. Sondern Sie machen erst mal ‘ne riesenlange Vorrede.“ Auch hier keine eindeutige Widerrede.

Was war geschehen? Sänger hatte Höcke zuvor auf dessen Parteifreundin Christin Baum angesprochen, die durch rassistische Statements in der eigenen Bundestagsfraktion isoliert ist. „Rassistisch? Welche denn?“, hatte Höcke daraufhin interveniert. Als Sänger dann Baums Zitate lieferte, ließ er sich unwidersprochen von Höcke unterstellen, er halte Co-Referate, eigentlich sollten Frager und Befragter die Plätze tauschen.

Rassistische Behauptungen von AfD-Parteikollegin Baum

Immerhin ging es um Behauptungen wie jene, dass das hellhäutige, hier ansässige Volk fast keine Interessenvertreter habe, dass die von den Grünen betriebene Migrationspolitik zur Vernichtung der Existenz des deutschen Volkes führe, dass es einen Völkermord am indigenen deutschen Volk gebe. Sätze einer politischen Verbündeten, denen sich Höcke aber nicht wirklich stellen musste, weil er seinerseits auf Attacke schaltete und Moderator Sänger angriff.

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Trotz einer anhaltenden Schwächephase im Bund, wo die AfD derzeit bei 11 Prozent stagniert, liegt die Rechtspartei in Thüringen mit 25 Prozent auf Platz eins. Höcke kündigte Protestaktionen seiner Partei gegen die hohen Energiepreise auch in Thüringen an. Es liefen Vorbereitungen, ab Mitte September auf die Straße zu gehen.

RND/dpa/stu

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