„Dengler“ – Der Harte und die Smarte

Europaweit unterwegs: Olga Illiescu (Birgit Minichmayr) und Georg Dengler (Ronald Zehrfeld) ermitteln in Griechenland und bis in die Spitzen der EU-Bürokratie.

Europaweit unterwegs: Olga Illiescu (Birgit Minichmayr) und Georg Dengler (Ronald Zehrfeld) ermitteln in Griechenland und bis in die Spitzen der EU-Bürokratie.

Mainz. Bomberjacke, T-Shirt, ausgebeulte Jeans: Der Ex-BKA-Zielfahnder und Privatermittler Georg Dengler (Ronald Zehrfeld) strahlt den ruppigen Charme eines Straßenköters aus. Zusammen mit der smarten Computerhackerin Olga Illiescu (Birgit Minichmayr), die auf der Fahndungsliste der Polizei steht, ermittelt der unrasierte, impulsive Schnüffler oft haarscharf am Rand der Legalität.

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Mysteriöse Umstände eines Bootsunfalls

Dieses eigenwillige Duo agiert meilenweit entfernt vom deutschen Fernsehkrimi-Mainstream. Ihren letzten Einsatz, der sie in den braunen Sumpf der NSU-Morde führte, wollten im November 2017 allerdings lediglich 3,88 Millionen Zuschauer (12,3 Prozent Marktanteil) in der Primetime sehen.

In ihrem mittlerweile vierten Fall verschlägt es die beiden Outlaws nun nach Griechenland. Der sehenswerte, hochkarätig besetzte TV-Krimi „Dengler - Fremde Wasser“ läuft am Montag um 20.15 Uhr im ZDF.

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Dengler bekommt diesmal den Auftrag, die mysteriösen Umstände eines Bootsunfalls aufzudecken, bei dem der griechische Lobbyist Konstantinos Kolidis (Michael Sideris) anscheinend ums Leben kam und der alle Anzeichen eines Mordanschlags trägt.

Ungewöhnliche Ermittlungsmethoden

Kolidis war in die Privatisierung der Wasserversorgung involviert, sah diese zunehmend kritisch und hatte nebenbei Korruptionsfälle aufgedeckt. Er pflegte diesbezüglich Kontakte zum deutschen Bundestagsabgeordneten Andreas Schülkopf (Max von Pufendorf), der sich ebenfalls als Privatisierungsgegner profiliert hatte – gegen den Widerstand in seiner eigenen Fraktion.

Als Schülkopf von einem ominösen Gangster (Oliver Masucci) der nur „der Doktor“ genannt wird, in seiner Villa überfallen und seine Familie bedroht wird, gelingt es Dengler und Olga mit einem gewagten Coup, Beweismaterial aus dem Bundestagsbüro des Abgeordneten herauszuschmuggeln. Die Spur führt zurück nach Athen – und danach bis nach Brüssel in die Spitzen der EU-Bürokratie.

Drehbuchautor Lars Kraume, dem wir zuletzt die beeindruckenden Kinoerlebnisse „Das schweigende Klassenzimmer“ und „Der Staat gegen Fritz Bauer“zu verdanken haben, zeichnet für alle vier Dengler-Skripts verantwortlich, hat aber erstmals die Regie an Rick Ostermann abgegeben.

Spannende Geschichte mit politischer Relevanz

Auch diesmal gelingt es dem Autor Kraume, eine spannende Geschichte mit politischer Relevanz zu kombinieren. Sein Film basiert auf dem gleichnamigen Roman des Krimiautors Wolfgang Schorlau, der in seinen Büchern brisante Themen aufgreift.

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In diesem Fall geben die Ermittlungen im wirtschaftlich maroden Griechenland überdies reichlich Raum für Seitenhiebe auf das deutsche Dominanzgehabe. Und einen Philosophen lernen wir auch noch kennen: Dengler bekommt in Athen Unterstützung von einem Polizeibeamten namens Sokrates (Alexis Georgoulis), über dessen Namen immer wieder Späße gemacht werden. Aber dieser leidgeprüfte Grieche erweist sich am Ende dann doch als der Klügste von allen. Er weiß, dass er nicht alles weiß.

Von Johannes von der Gathen

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