Frank Elstner: “Ich plane nicht langfristig”

Frank Elstner hat 1981 in nur einer Nacht das Konzept zu “Wetten, dass …?” erfunden.

Frank Elstner hat 1981 in nur einer Nacht das Konzept zu “Wetten, dass …?” erfunden.

Herr Elstner, Sie sind mit Ihrer Youtube-Sendung beim Goldene Kamera Digital Award kürzlich zum “Best Newcomer” gekürt worden. Wie fühlt es sich an, mit 77 Jahren einen Nachwuchspreis zu bekommen?

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Zuerst habe ich mich veräppelt gefühlt. Als dann wirklich mein Name aufgerufen wurde, war das für mich so, als würde ich in Hollywood den Oscar verliehen bekommen.

In “Wette, das war’s …?” interviewen Sie Prominente auf Youtube. Wie unterscheidet sich das von TV-Talks?

Der große Vorteil ist: Es gibt keinen Livestress. Man ist unter sich, kann tief gehende Gespräche führen und sich sehr auf den Gast konzentrieren. Was nicht läuft, wird später herausgeschnitten. Außerdem sind die Zuschauer sehr nah dran.

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Sie haben bereits mit Leuten wie Herbert Grönemeyer, Helene Fischer oder Jan Böhmermann gesprochen. Wer ist noch auf Ihrer Liste?

Ich werde das Format im kommenden Jahr besonders pflegen. Ich habe schon viele Zusagen, zum Beispiel kommen Joko und Klaas. Nicht zusammen natürlich, denn jeder von ihnen ist interessant genug für ein Einzelgespräch. Auch Dirk Nowitzki ist eingeladen, über Stefan Raab würde ich mich auch freuen.

Würden Sie selbst gern wieder eine Show im Fernsehen haben?

Mich kennen die Leute aus großen Shows. Wenn ich jetzt wieder eine machen würde, faltig und etwas schwerfällig auf die Bühne kommend, würden sich die Zuschauer doch nur mit meinem Gesundheitszustand auseinandersetzen. Neulich war ich in Kai Pflaumes Sendung “Klein gegen Groß” dabei, das hat mir einen Höllenspaß gemacht. Sie wird im Dezember ausgestrahlt.

Sie haben “Wetten, dass …?” in einer Nacht erfunden. Warum haben Sie eine solch erfolgreiche Show nach sechs Jahren Thomas Gottschalk überlassen?

Sechs Jahre Show, dann ein Sabbatical, dann wieder sechs Jahre Show. Das war mein Rhythmus auch bei anderen Sendungen. Außerdem hatte ich irgendwann die Neugier verloren – wenn ein Lkw auf vier Biergläsern steht, dann ist alles möglich, wenn man es nur richtig macht.

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Zu seinem 70. Geburtstag moderiert Thomas Gottschalk im kommenden Jahr noch einmal „Wetten, dass …?“ Sind Sie auch dabei?

Thomas hat mich eingeladen, aber ich weiß noch nicht, ob ich komme. Ich plane nicht so langfristig.

Was macht einen guten Moderator aus?

Er braucht persönliche Ausstrahlung und eine schnelle Reaktionsfähigkeit. Thomas Gottschalk hat diese enorme Reaktionsfähigkeit.

Was unterscheidet Sie und Thomas Gottschalk?

Thomas ist der Mittelpunkt, er ist der Star einer Sendung. Ich bin ein Moderator, der seine Gäste in den Mittelpunkt stellt.

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Hat Deutschland genügend gute Moderatoren?

Ich finde, dass es viel mehr begabte Moderatoren gibt als früher. Das liegt auch daran, dass man durchs Internet schneller auf die Leute aufmerksam wird. Youtube bringt viel Gescheites hervor, man muss die Makulatur herausstreichen.

Sie machen ja auch Tierfilme.

Ja, ich komme gerade aus Südafrika. Wir haben einen Film über Geparde gemacht. Vor Jahren war in meiner SWR-Sendung “Menschen der Woche” der Biologe Dr. Matthias Reinschmidt, heutiger Direktor des Karlsruher Zoos, zu Gast. Wir haben uns so gut verstanden, dass wir einen Tierfilm gemacht haben – seitdem haben wir mehrere Filme zum Thema Artenschutz gedreht.

Sehen Sie noch viel fern?

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In meiner Familie wird mehr gestreamt, ich selbst gucke besonders am Wochenende aus Neugier Fernsehen. Den Öffentlich-Rechtlichen bin ich sehr dankbar für die täglichen Nachrichten, weil ich finde, sie sind am wenigsten manipuliert.

Für Ihr Publikum sind Sie Frank Elstner. Doch eigentlich heißen Sie gar nicht so.

Stimmt, ich heiße Timm mit Vornamen, so nennen mich auch meine Frau und meine Kinder. Als ich damals als Kind beim Radio anfing, gab es dort schon einen Tim. Da hat man mir den Namen Frank gegeben, so heißt auch mein Bruder.

Welchen Moderator bewundern Sie besonders?

Hans-Joachim Kulenkampff. Bei einem Auftritt in Hannover hat er so unvergesslich und witzig über seinen Spaziergang durch den Stadtwald frei gesprochen – bewundernswert. Ich habe gedacht: Hoffentlich kann ich auch einmal so moderieren.

Der Moderator Frank Elsner, seine Frau Britta (l.) und Tochter Enya (r.) 2012 bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises in Köln.

Der Moderator Frank Elsner, seine Frau Britta (l.) und Tochter Enya (r.) 2012 bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises in Köln.

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Zur Person: Frank Elstner kam 1942 als Timm Franz Maria Elstner im österreichischen Linz zur Welt. Bereits als Zehnjähriger sprach er das Bambi in einem Hörspiel. Bekannt wurde er als Moderator von “Spiel ohne Grenzen”. In den 1970er-Jahren folgten “Die Montagsmaler”. 1981 erfand Elstner mit “Wetten, dass ...?” eine der erfolgreichsten Fernsehshows Europas. Er moderierte 39 Folgen. Er ist in dritter Ehe verheiratet und hat fünf Kinder. 2019 machte er seine Parkinson-Erkrankung öffentlich. Elster schreibt Bücher, dreht Tierfilme und hat eine eigene Youtube-Show.

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