„Nord bei Nordwest – Wilde Hunde“: Haschkekse und eine kriminelle Hundebande

Hannah Wagner (Jana Klinge), Hauke Jacobs (Hinnerk Schönemann) und Jule Christiansen (Marleen Lohse) mit den tierischen Darstellern.

Hannah Wagner (Jana Klinge), Hauke Jacobs (Hinnerk Schönemann) und Jule Christiansen (Marleen Lohse) mit den tierischen Darstellern.

Mit 17 Folgen in sechs Jahren ist der Krimireihe „Nord bei Nordwest“ etwas gelungen, das nur wenige schaffen: Sie ist ein Stück Fernsehheimat geworden. Auch wenn man nicht am Ostseestrand aufgewachsen ist, fühlt man sich zu Hause im fiktiven Schwanitz hinterm Deich, wo Verfolgungsjagden stets auf schnurgeraden Landstraßen ausgefochten werden und auch sonst vieles angenehm übersichtlich bleibt.

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Wie die Kultserie „Mord mit Aussicht“ spielt auch „Nord bei Nordwest“ mit dem Kontrast zwischen provinzieller Ereignislosigkeit und hereinbrechenden Straftatbeständen, mit denen sich ein unorthodoxes Ermittlungstrio auseinandersetzen muss. Aber anders als bei den Kollegen aus der Eifel, wo das Verbrechen nur das Genrekostüm für eine liebevolle Revierkomödie ist, werden in „Nord bei Nordwest“ augenzwinkernde Komik und kriminalistische Ermittlung gleichermaßen ernst genommen.

Weihnachtsspecial setzte sich im Quotenkampf durch

Wie sehr das Erste seiner Krimimarke vertraut, zeigt sich auch darin, dass man zur Eröffnung der neuen vierteiligen Staffel ein Weihnachtsspecial am 25. Dezember ins Quotenrennen schickte. Mit 7,65 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 26,4 Prozent konnte sich die Folge „Hohoho“ um einen toten Weihnachtsmann am Deich gegen die Prime-Time-Konkurrenten „Dalli Dalli“ (ZDF), „Kevin allein in New York“ (SAT 1) und „Pretty Woman“ (VOX) souverän durchsetzen.

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Im Januar folgen auf dem bewährten Sendeplatz des Donnerstagskrimis drei weitere Filme um den Tierarzt Hauke Jacobs (Hinnerk Schönemann), der seinerzeit als Polizist im Zeugenschutzprogramm an der Ostsee untertauchte, aber schon seit ein paar Jahren offen in seiner Doppelfunktion als Ermittler und Veterinär in Schwanitz tätig ist. Die beiden Arbeitsstellen geben „Nord bei Nordwest“ eine eigene, originelle Balance zwischen kühner Verbrechensbekämpfung und kuscheligem Tierarztroman.

Veterinäre und kriminalistische Aufgaben verbinden sich

Nachdem Jacobs und Polizeikollegin Hannah Wagner (Jana Kling) in „Der Andy von nebenan“ (6. Januar) auf Diamantenjagd gehen und in „Der Ring“ (13. Januar) der Schatten eines machtvollen Drogenkartells auf den idyllischen Ostseestrand fällt, vermischen sich in der letzten Folge der diesjährigen Staffel unter dem Titel „Wilde Hunde“ (20. Januar) veterinäre und kriminalistische Aufgaben direkt miteinander.

Während die frischgebackene Tierärztin Jule (Marleen Lohse) in einer Notoperation Rasierklingen aus dem Bauch einer Hündin entfernt, verweist der vermeintliche Selbstmord des dorfbekannten Denunzianten Frank Schuster (Till Huster) auf dunkle Machenschaften in der direkten Nachbarschaft. Allerdings verlangsamt sich der kriminalistische Erkenntnisprozess dadurch, dass Wagner und Jacobs zuvor konfiszierte Haschkekse im Selbsttest untersucht haben.

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Entspannt verkiffte Partystimmung am Tatort

Als Mehmet Ösker (Cem Ali Gültekin) Essen für den Verstorbenen liefert und das Bestatterpaar Töteberg und Bleckmann (Stephan A. Tölle, Regine Hentschel) auftaucht, herrscht erst einmal entspannt verkiffte Partystimmung am Tatort. Als der THC-Nebel sich lichtet, führt die Spur zur Hundepension nebenan, wo man die Vierbeiner dazu benutzt, um in deren Mägen überteuerte, noch nicht zugelassene Krebsmedikamente aus dem benachbarten Polen zu schmuggeln.

Und so kämpft das Trio im kleinen Grenzverkehr nicht nur gegen eine nicht sehr gewiefte Drogenbande, sondern zunehmend auch für das Überleben der Hunde. Anders als zuvor „Der Ring“ ist „Wilde Hunde“ eine Folge der gezielt harmlosen Sorte. Die Haschkekse zu Beginn bestimmen den tiefenentspannten Erzählton, mit dem während der Ermittlungen auf die Interaktion innerhalb des Figurendreiecks geblickt werden kann.

Im Rausch kommt es zum Liebesgeständnis

Im Rausch kommt es sogar zu dem lang erwarteten (telefonischen) Liebesgeständnis zwischen Hauke und Jule – nur dass sich am anderen Morgen keiner der beiden daran erinnern kann. Es ist schon eine Kunst für sich, wie die Drehbuchautoren Nils Holle und Holger Karsten Schmidt auch in dieser Staffel die Romanze im Slow-Burn-Modus augenzwinkernd vor sich hinköcheln lassen.

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„Nord bei Nordwest – Wilde Hunde“ läuft am 20. Januar ab 20.15 Uhr im Ersten.

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