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Schöne Landschaft, dünne Dialoge: Das „Traumschiff“ schippert nach Mauritius

Bernd Delgado (Wolfgang Stumph) bittet seine Tochter Jessica (Collien Ulmen-Fernandes) um Hilfe in einer Szene von „Das Traumschiff – Mauritius“.

Bernd Delgado (Wolfgang Stumph) bittet seine Tochter Jessica (Collien Ulmen-Fernandes) um Hilfe in einer Szene von „Das Traumschiff – Mauritius“.

Das „Traumschiff“ gehört zu Ostern wie Schokohäschen und Eiersuchen. Dieses Jahr tuckert der Kreuzfahrtdampfer an Ostersonntag nach Mauritius, eine Urlaubsinsel im Indischen Ozean, berühmt für ihre Sandstrände und Regenwälder, die in dem 90-Minüter denn auch sattsam abgebildet werden. Am Steuer steht zum neunten Mal Florian Silbereisen als Kapitän Max Parger, der diesmal ein Abenteuer mit Schiffsärztin Jessica Delgado (Collien Ulmen-Fernandes) erlebt – deren Vater wird von Stargast Wolfgang Stumph („Stubbe“) gespielt, der ausnahmsweise in die Rolle eines Bösewichts schlüpft.

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Bei den Verwicklungen, in die Passagiere und Personal der „MS Amadea“ diesmal geraten, spielt die Blaue Mauritius eine Rolle, die berühmteste Briefmarke der Welt: Der mürrische Philatelist Thomas Budarek (Andreas Hoppe) hat seine Ehefrau Sabine (Janina Hartwig) nur auf die Reise begleitet, um die kostbare Rarität auf der Insel im Museum zu bestaunen. Doch die Sammlung hat geschlossen und der beleidigte Dickschädel will das Schiff gar nicht erst verlassen – zum Leidwesen Sabines. Die ersinnt eine Lügengeschichte rund um eine noch unentdeckte Mauritius: Thomas fängt Feuer und geht auf der Insel auf Schatzsuche, die ihn unter anderem zu einem Einbruch veranlasst – eine recht hanebüchene Story.

Hanebüchene Story – was sonst

Im Mittelpunkt eines weiteren Handlungsstrangs steht Schiffsärztin Delgado: Als ihr Vater Bernd (Wolfgang Stumph) unerwartet an Bord auftaucht, der für die Reise nach Mauritius eine Kabine gebucht hat, verdreht sie die Augen. Bernd war nie ein guter Vater, er hat mit unsinnigen Geschäftsideen immer wieder hohe Schulden gemacht. Noch schlimmer: Er hat seine Tochter seit ihrer Kindheit regelmäßig mit gemeinen Worten herabgewürdigt. Nun ist er angeblich dick ins Rumgeschäft eingestiegen und überredet Jessica, ihn gemeinsam mit Kapitän Max Parger zu einer Destillerie auf der Insel zu begleiten. Doch die Rumverkostung ist ernüchternd: Bernd hat hinterlistige Absichten, er will den Kapitän schmieren, um der Reederei seinen Rum zu verkaufen. Für diesen Fiesling gibt es am Schluss kein Happy End.

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Die anderen Passagiere dürfen jedoch, wie es in der langjährigen Geschichte des Traumschiffs die Regel ist, am Ende in den Hafen des Glücks einlaufen. Dazu zählt auch der verwitwete Hotelier Roman Hilbert (Helmut Zierl), der sich für die Tanzlehrerin Jana Stern (Vivien Wulf) interessiert, weil sie ihn an seine verstorbene Frau erinnert – sein Sohn hält die junge Frau aber für eine Erbschleicherin. In einer Nebenrolle als weitere Tänzerin ist Arabella Kiesbauer zu sehen.

„Das Traumschiff“: Funkt es zwischen Kapitän Silbereisen und Schiffsärztin Ulmen-Fernandes?

Voriges Jahr feierte das „Traumschiff“ seinen 40. Geburtstag, am 22. November 1981 lief die erste Folge vom Stapel. Nach all den Jahren wiederholen sich viele Reiseziele zwangsläufig, und so ist der aktuelle Mauritius-Trip auch nicht die erste Fahrt des „Traumschiffs“ zu der Trauminsel: Schon 1995 und 2014 ging es in den Indischen Ozean, das erste Mal mit Heinz Weiss, das zweite Mal mit Sascha Hehn als Kapitän.

Nun also hat Florian Silbereisen den Hut auf, dem man den erfahrenen Seebären nach wie vor nicht so recht abnimmt, auch wenn er noch so markig mit dem Fernglas auf den Ozean blickt. In den Landszenen mit hohem Schauwert flitzen Parger und Ärztin Delgado in einem feschen Cabrio eine Küstenstraße entlang und man könnte fast glauben, dass es zwischen den beiden funkt, doch sie bleiben letztlich beim Sie. Viel Dialog hat Silbereisen übrigens nicht bis auf die Schlussansprache vor dem traditionellen Wunderkerzendefilee, in der Mauritius salbungsvoll als „Insel des Neuanfangs, der Liebe und des Verzeihens“ gewürdigt wird. Aber wegen der Dialoge schaut man das „Traumschiff“ ja ohnehin nicht.

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Die anderen Passagiere dürfen, wie es beim Traumschiff die Regel ist, am Ende in den Hafen des Glücks einlaufen.

„Das Traumschiff – Mauritius“, ZDF, Ostersonntag, 20.15 Uhr, mit Florian Silbereisen

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