Seit 1981 auf Quotenkurs: 40 Jahre „Traumschiff“

Die „Traumschiff“-Crew von 1983 Horst Naumann als Schiffsarzt (von links), Heinz Weiss als Kapitän, Heide Keller als Stewardess und Sascha Hehn als Steward.

Die „Traumschiff“-Crew von 1983 Horst Naumann als Schiffsarzt (von links), Heinz Weiss als Kapitän, Heide Keller als Stewardess und Sascha Hehn als Steward.

Hamburg. Sie ist 192 Meter lang, etwa 25 Meter breit und hat rund 300 Personen Besatzung, die sich um Navigation, Technik und das Wohl von Hunderten Passagieren kümmern: Seit 20 Jahren kreuzt die „MS Amadea“ durch die Weltmeere. Doch der weiße Luxusliner ist viel mehr als ein ganz normaler Kreuzfahrtdampfer, denn seit 2015 ist er Drehort einer der populärsten und langlebigsten Serien, die das deutsche Fernsehen zu bieten hat.

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Vor 40 Jahren, am 22. November 1981, stach „Das Traumschiff“ im ZDF erstmals in See und verzückte mit prominenten Schauspielern und seichten Reiseabenteuern das Publikum. Damals hieß der telegene Luxuskutter, auf dem sich die kleinen und großen Dramen einer Seifenoper auf hoher See abspielten, „MS Vistafjord“, und im Lauf der Jahre sollten einige weitere Schiffe folgen, darunter auch die „MS Deutschland“. Die von dem legendären TV-Produzenten Wolfgang Rademann erfundene ZDF-Serie schlug ein wie eine Bombe, Zuschauerzahlen zwischen 20 und 25 Millionen waren in den ersten Jahren üblich. Heutzutage schalten zwar deutlicher weniger Menschen ein, wenn das Traumschiff in See sticht, aber ein paar Millionen sind es immer noch – so brachte es die Neujahrsfolge 2021 mit Kapitän Florian Silbereisen und Hoteldirektorin Barbara Wussow immerhin auf 7,7 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer und einen starken Marktanteil von rund 20 Prozent.

Das Erfolgsrezept der maritimen ZDF-Serie ist in 40 Jahren immer gleich geblieben und lässt sich auf den einfachen Nenner Herzschmerz und Exotik bringen. In jeder Episode von „Das Traumschiff“ werden die Darsteller und die Zuschauerinnen und Zuschauer an einen weit entfernten Ort entführt, es geht in die Karibik, den Südpazifik oder den Indischen Ozean. Die gefilmten Landgänge in Kuba, Tahiti, Singapur oder auf den Seychellen sorgen auch bei eingefleischten Tourismusmuffeln für Reisefieber, der Service an Bord ist von den Mahlzeiten bis zum Freizeitprogramm selbstverständlich erstklassig – fade Vorspeisen oder schlechtgelauntes Personal haben auf dem „Traumschiff“ Hausverbot.

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Die Storys rund um die meist von prominenten Gaststars gespielten Passagiere kreisen um Allzumenschliches, besonders beliebt sind Beziehungsprobleme oder Selbstfindungskrisen. Ein Happy End ist Pflicht auf Deutschlands bekanntestem Kreuzfahrtschiff, es wird reichlich verliebt, verlobt und geheiratet.

In der ersten „Traumschiff“-Episode 1981 etwa spielte Manfred Krug, der vier Jahre zuvor aus der DDR in die Bundesrepublik übergesiedelt war, mit albernem Pepitahut und winzigem Schnurrbärtchen einen Reisenden, der ausgerechnet auf der Luxuskreuzfahrt in die Karibik ein paar Pfund abspecken möchte und sich deshalb mit Rettich und Karottensaft begnügt, während sich seine Tischgenossen an Champagner und Garnelenspießen gütlich tun. Nur die von Ursela Monn gespielte Mitreisende zeigt ein bisschen Verständnis für die Enthaltsamkeit des von Krug gespielten Junggesellen, womit die Voraussetzungen für eine wunderbare Liebschaft auch schon erfüllt sind. Bruni Löbel spielte im Seriendebüt vor 40 Jahren eine Frau, die glaubt, dass sie todkrank ist und deshalb ihr verbliebenes Geld in enorme Trinkgelder ans Personal investiert. Als sich schließlich herausstellt, dass die spendable Dame kerngesund, dafür aber pleite ist, organisiert kein Geringerer als der so blasierte wie noble Chefsteward Victor (Sascha Hehn) eine Spendensammlung an Bord und hilft ihr damit aus der finanziellen Krise.

Neben Sascha Hehn, der vor zwei Jahren die Brocken hinwarf, zählte damals auch schon die vor kurzem gestorbene Heide Keller als lebenskluge Chefhostess Beatrice zur Stammbesatzung der ZDF-Serie. Sie wurde im Lauf von vier Jahrzehnten zum Aushängeschild des „Traumschiffs“, während es in der Rolle des Kapitäns immer mal wieder einen Wechsel gab – zu einem gewissen Kultstatus brachten es Heinz Weiss und Siegfried Rauch, die beide lange Jahre die schmucke Kapitänsuniform trugen.

Seit 2019 steht Volksmusikstar Florian Silbereisen als Kapitän Max Parger auf der Kommandobrücke des „Traumschiffs“, das bald wieder in See sticht: Am zweiten Weihnachtsfeiertag und an Neujahr sind zwei neue Folgen des 40 Jahre alten TV-Klassikers zu sehen.

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