Geheime Botschaften auf Jubiläumsmünze

Australien sucht Codeknacker – 14‑Jähriger sorgt für Überraschung

Eine Mischung aus Scheinen und Münzen des australischen Dollars (Symbolbild).

Eine Mischung aus Scheinen und Münzen des australischen Dollars (Symbolbild).

Sydney. Das australische 50‑Cent-Stück ist eine attraktive Münze: Ein konvexes Polygon mit zwölf Seiten und zwölf Ecken. Die neue Jubiläums­münze schmückt ein Abbild der britischen Königin Elizabeth II., doch andere 50‑Cent-Stücke zeigen beispielsweise die australischen Wappentiere – das Känguru und den Emu. Besagte neue Münze soll nun den 75. Jahrestag des Australian Signals Directorate (ASD) feiern, das in Australien für signalerfassende Aufklärung, Cyberkrieg und Cybersicherheit zuständig ist.

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Doch die neue Münze hat noch eine Besonderheit: Sie beinhaltet eine versteckte Botschaft. Oder anders ausgedrückt: „Sie spiegelt unsere Mission wider, Australien vor globalen Bedrohungen zu schützen“, wie es auf der Webseite der Behörde heißt. Die Münze soll an die historischen Wurzeln der Behörde im Zweiten Weltkrieg erinnern, als australische Codeknacker versuchten, fremde Geheimnisse zu enthüllen und Australiens eigene zu schützen.

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Von den Römern bis ins Computer­zeit­alter

Die 50‑Cent-Gedenkmünze, die die australische Münz­präge­anstalt – die Royal Australian Mint – ab September in limitierter Auflage herausbringt und von der es 50.000 Stück geben wird, ist mit mehreren Schichten von Geheimcodes bedeckt. Der Code soll spezielle Informationen über die Behörde ASD und ihre historische Vergangenheit preisgeben. Die Codes würden „den Fortschritt der Verschlüsselung und Technologie über 75 Jahre hinweg darstellen“, sagte ASD-Generaldirektorin Rachel Noble der australischen Ausgabe des „Guardian“.

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Insgesamt beinhaltet die zwölfeckige Münze vier Codeschichten – mit aufsteigendem Schwierigkeits­grad. Dabei sind jahr­tausende­alte Codes mit modernem Binärcode kombiniert worden, der im Computer­zeit­alter erfunden wurde. „Obwohl einige Kodierungen für die Münze aus dem Römischen Reich stammen, gibt es für sie bemerkens­werter­weise immer noch einen Platz im modernen Geheimdienst“, sagte Noble.

Wikipedia und Gehirnschmalz sind gefragt

Eine weitere Schicht ist von der Codierungs­technologie inspiriert, die während des Zweiten Weltkriegs in Australien verwendet wurde, bei der Bleistift und Papier verwendet wurden, um japanische Militär­codes zu entschlüsseln. Diese wurden dann neu kodiert und an Verbündete verschickt, um sie wissen zu lassen, wo sich japanische Soldaten befanden.

Laut der Behörde werden diejenigen mit einem allgemeinen Verständnis von Verschlüsselung und Codierung es mit Sicherheit bis zur letzten Schicht schaffen. „Eine versteckte Nachricht wird aufgedeckt, sobald jede Codeschicht geknackt worden ist“, heißt es auf der ASD-Webseite. „Alles, was Sie brauchen, sind ein Stift, Papier, Wikipedia und Gehirnschmalz.“

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Wer die verschlüsselten Botschaften findet, der kann sie bis Ende des Monats über die Webseite der Behörde einreichen. Dort findet sich auch die Textversion des Codes. Außerdem werden dort ab Ende September auch die korrekten Antworten veröffentlicht. Laut Noble könnte erfolgreichen australischen Codeknackern sogar eine Karrierechance bei der Behörde winken.

Mindestens eine richtige Antwort ist bei der Behörde übrigens bereits eingegangen, wie Noble im Interview mit dem australischen Sender ABC sagte: „Es ist kaum zu glauben, aber ein 14‑Jähriger aus Tasmanien war der Allererste, der alle vier Level richtig geschafft hat und das in nur etwas über einer Stunde“, meinte sie. Diesen genialen Teenager wolle sie demnächst treffen und wenn möglich für ihre Behörde rekrutieren.

Vertrackte Abituraufgabe

Es ist nicht das erste Mal, dass eine 50‑Cent-Münze in Australien für Kopf­zerbrechen sorgt. Im November 2015 brachte eine Mathematik­aufgabe mit der Münze schon einmal die australischen Abiturienten zum Schwitzen. In der Prüfungsaufgabe waren zwei 50‑Cent-Stücke aneinander gelehnt worden. Der dadurch entstandene Winkel sollte berechnet werden. Die Diskussion um die vermeintlich so vertrackte Aufgabe beschäftigte letztendlich nicht nur die Schüler, sondern auch die Medien und die weltweite Internet­gemeinde.

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Tatsächlich gibt es sogar drei Lösungswege, um auf das Ergebnis – nämlich 60 Grad – zu kommen. Ein Beispiel sei an dieser Stelle genannt: Bei einem Polygon ist die Summe der Außenwinkel immer 360 Grad. Somit kann der Außenwinkel einer Seite folgendermaßen ausgerechnet werden: 360°/12=30°. Diese Zahl muss dann mal zwei genommen werden, nachdem sich der angezeigte Winkel aus jeweils einem Außenwinkel der beiden 50‑Cent-Stücke aufbaut. Oder mathematisch ausgedrückt (360°/12)×2=60°.

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