CBS-Chef tritt nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung zurück

Les Moonves im September 2017 bei einer TV-Premiere.

Les Moonves im September 2017 bei einer TV-Premiere.

New York. Der langjährige Geschäftsführer des US-TV-Senders CBS ist nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung zurückgetreten. Les Moonves' Schritt werde sofort wirksam, teilte das Netzwerk am Sonntag (Ortszeit) mit. Das Magazin „New Yorker“ hatte am Sonntag von sechs Frauen berichtet, die Moonves unter anderem beschuldigten, sie zum Oralsex gezwungen zu haben. Bereits vor Wochen waren ebenfalls im „New Yorker“ Vorwürfe sechs anderer Frauen ans Licht gebracht worden. Moonves wies die Anschuldigungen zurück.

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Die Frauen warfen Moonves am Sonntag vor, ihren Karrieren geschadet zu haben, wenn sie seine Avancen abgelehnt hätten. Eine namentlich genannte Anklägerin, Phyllis Golden-Gottlieb, beschuldigte ihn etwa, nach und nach aus dem Produktionsstudio gedrängt worden, dessen Geschäftsführer Moonves damals war. „Er hat meine Karriere absolut zerstört“, sagte sie. Ende der 80er Jahre habe er ihren Kopf in seinen Schoß gepresst und sie zum Oralsex gezwungen, ein anderes Mal habe sie ein wütender Moonves heftig gegen eine Wand gedrückt.

CBS erklärte, die Vorwürfe sehr ernst zu nehmen. Der Vorstand habe eine Untersuchung eingeleitet. Als kommissarischer Chef und Präsident werde vorerst Vorstandsmitglied Joseph Ianniello übernehmen, hieß es.

Moonves nennt Anschuldigungen unwahr

Moonves selbst teilte in einer Stellungnahme an den „New Yorker“ vor dem Bekanntwerden seiner Entlassung mit, die Anschuldigungen seien unwahr. Er habe seine Position „nie“ ausgenutzt, „um Fortschritte oder Karrieren von Frauen zu behindern“. In 40 Jahren seien solche Vorwürfe nie aufgekommen, es ginge nun wohl darum, seinen Ruf zu zerstören. „Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich nicht die in dem Artikel beschriebene Person bin.“

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Vor einigen Wochen sah sich Moonves erstmals Vorwürfen ausgesetzt. Sechs Frauen berichteten, während der Arbeit mit ihm hätten sie sich bedrängt gefühlt. Im Juli schrieb der „New Yorker“ unter Berufung auf die Anklägerinnen, er habe Berührungen und Küsse bei Geschäftstreffen erzwungen. Zwei der Frauen schilderten, Moonves habe sie körperlich eingeschüchtert oder ihnen gedroht, ihre Karrieren zu zerstören. Die Vorwürfe fielen in einen Zeitraum zwischen den 80er Jahren und den späten Nullerjahren.

Der Unternehmer arbeitet seit vielen Jahren an der Spitze des Medienkonzerns CBS. 1995 begann er als Präsident der Sparte CBS Entertainment und stieg schnell auf. Mit Hit-Shows wie „NCIS“ und „The Big Bang Theory“ sorgte er nach einer Flaute für gute Einschaltquoten.

Von RND/AP

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