Der Fall Weinstein: Richter verhindert, dass der Prozess platzt

20.02.2020, USA, New York: Harvey Weinstein (M), Filmproduzent aus den USA, verlässt das Gerichtsgebäude. Foto: John Minchillo/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

20.02.2020, USA, New York: Harvey Weinstein (M), Filmproduzent aus den USA, verlässt das Gerichtsgebäude. Foto: John Minchillo/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

New York. Die Geschworenen tagen. Die Entscheidung über das Schicksal von Harvey Weinstein wurde aber auch am zweiten Tag der Beratungen nicht gefällt. Hatte die Jury am ersten Tag Bedarf bezüglich der Klärung juristischer Begriffe gehabt, forderte die Gruppe aus sieben Männern und fünf Frauen jetzt vom Richter eine Defintion der Anklage – speziell im Zusammenhang mit der Zeugin Mimi Haleyi (42). Dies berichtete die „Bild“-Zeitung.

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Haleyis Zeugenaussage wird komplett verlesen

Aufgrund von Haleyis Aussage und der von „Sopranos“-Darstellerin Annabella Sciorra (59) eines weiteren Weinstein-Opfers, hatte die Staatsanwaltschaft von New York die ersten beiden der fünf Anklagepunkte formuliert: rücksichtsloser sexueller Angriff und krimineller Sexakt ersten Grades.

Die Zeugenaussage der Britin, die 2006 als Assistentin an einer Fernsehshow mitarbeitete, wurde komplett verlesen. Danach forderte die Jury die E-Mail-Korrespondenz zwischen Weinstein und Haleyi an. Hintergrund: Die Verteidigung des Filmmoguls hatte im Prozess darauf hingewiesen, dass es auch nach den Sexangriffen noch freundliche E-Mails zwischen Haleyi und Weinstein gegeben hatte.

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Der Richter verhindert, dass der Prozess platzt

Eine Geschworene hatte die Rezension eines Buchs gepostet, in dem es um „lüsterne ältere Männer“ ging. Einen darauf folgenden Antrag von Weinsteins Verteidigern auf ein „geplatztes Verfahren“ lehnte der Richter ab. Eine weitere Zeugenaussage wurde verlesen, zwischendurch auf Jurybitten das offen stehendes Fester im Gerichtssaal „Part 99“ geschlossen.

Nach sechs Stunden schickte der Richter das nachdenkliche Dutzend nach Hause. Die Jury wird weiter tagen, bis ein einstimmiges Urteil über Weinstein gefällt wird. Findet keine Einigung statt, wäre der Prozess geplatzt.

Weinstein wird beschuldigt, eine Frau 2013 in einem Hotelzimmer in Manhattan vergewaltigt und 2006 eine andere zu Oralsex gezwungen zu haben. Er hat stets beteuert, jegliche sexuelle Handlungen seien einvernehmlich erfolgt.

RND/hal/AP

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