Deutschland sucht den Quizmeister

Konzentriert gehen die Teilnehmer die Fragen bei den Quizmeisterschaften an.

Konzentriert gehen die Teilnehmer die Fragen bei den Quizmeisterschaften an.

Hannover. Rund 150 Teilnehmer sitzen sich im Atrium des Designcenters der Hochschule Hannover an langen Tischen gegenüber, die Köpfe gebeugt, und brüten über den Fragen. Jeweils 40 Minuten haben sie Zeit, die 60 Fragen aus drei Gebieten zu beantworten. Dann werden die Bögen mit dem Nachbarn getauscht und ausgewertet. Saskia Döhner, von der „Hannoverschen Allgemeinen“, hat den Spielern über die Schulter geschaut.

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Mit dabei ist Sebastian Jacoby (39), eigentlich Controller bei Thyssen-Krupp, in der Quizszene ist der Mann aus Duisburg seit seinem Sieg bei der ZDF-Show „Super-Champion“ 2012 so etwas wie ein Mega-Star. Was braucht ein Quizspieler? „Neugier“, sagt der Vater eines gerade 20 Monate alten Sohnes. „Mich haben schon immer viele Dinge fasziniert.“ Allerdings nicht so sehr, dass er sie in Tiefe wissenschaftlich erforschen wollte. Als Kind hat er Trivial Pursuit und „Spiel des Wissens“ gespielt, später dann Kneipenquiz: „Man muss immer auf dem Laufenden sein und dem Weltgeschehen folgen, es gibt Klassiker, aber es kommen immer neue Fragen dazu“, sagt der gebürtiger Oberstorfer, der 2008 auch Europameister im Curling war.

Der jüngste Teilnehmer ist Laurentius Fritz (14), Neuntklässler aus Berlin. Vor zwei Jahren hat er erstmals bei den Berliner Quiz-Meisterschaften mitgemacht. Zum Quiz ist er eigentlich über die Schule gekommen: „Ein Lehrer hat uns am Schluss der Stunde immer noch ein paar Fragen gestellt, das fand ich gut.“ Er habe dann gesucht, wo Quizspiele angeboten werden.

„Am Ende jedes Wettbewerbs weiß man ein bisschen mehr“

„Bei uns wird aktives Wissen abgefragt“, sagt Vroni Kiefer vom Organisationsteam. Anstatt vorgegebene Fragen zum Aussuchen wie in vielen Fernsehshows müssen die Teilnehmer im Designcenter selbst Antworten aufschreiben. Das Interesse wachse rapide, auch durch Shows wie „Gefragt, gejagt“, die Teilnehmerzahl habe sich im Vergleich zu 2016, als man sich im Vereinsheim von Hannover 96 traf, verdoppelt, berichtet sie. „Bei der ersten Deutschen Meisterschaft 2006 waren wir nur zwei“, erinnert sich Sebastian Stoll aus Marburg. Neugier, Biss, ein breites Allgemeinwissen und die Lust, auch gegen sich selbst zu spielen, seien gute Voraussetzungen zum Quizzen, meint Mitorganisator Thorsten Zettel.

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Man spielt einzeln, zu zweit, mit Buzzer oder nur mit Stift und Papier, national oder international. Am Sonnabend wurde zeitgleich die Quiz-Weltmeisterschaft ausgetragen - mit 2500 Spielern in 45 Ländern, in Hannover rieten 132 Spieler mit.

„Am Ende jedes Wettbewerbs weiß man ein bisschen mehr“, sagt Astrid Spiegel aus Berlin. Die 54-Jährige, die eigentlich bei einem Krankenkassenverband arbeitet, sagt, es sei toll, beim Quiz auch Menschen kennenzulernen, die man anders nie getroffen hätte. Sie gehört zu den wenigen Frauen unter den Quizspielern. „Wahrscheinlich sind wir nicht so ehrgeizig wie Männer“, sagt sie. Ihr sei es egal, wie sie abschneide. Hauptsache, es mache Spaß. Das findet auch Silke Jung (57) aus Freiburg, die einfach mal wissen wollte, wie sie so stehe in der Quizwelt mit ihrer Leistung. Sie ist zufrieden: „Im Mittelfeld.“

Von Saskia Döhner

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