Gericht: Kind darf mit zweitem Vornamen „Müller“ heißen

Ein Klingelschild mit dem Namen „Müller".

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Hamm/Berlin. Ein Kind darf den Namen „Müller“ als zweiten Vornamen tragen. Über ein entsprechendes Urteil des Oberlandesgericht Hamm weist die Arbeitsgemeinschaft Familienrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hin.

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Im konkreten Fall erhielt das erste Kind eines Ehepaares den Nachnamen der Frau. Das zweite Kind sollte dann den Nachnamen des Mannes bekommen. Das war jedoch nicht möglich: Die Geburtsnamensbestimmung für das erste Kind hat für die weiteren Kinder eine Bindungswirkung.

Die Tradition der mehreren Vornamen umgedacht

Die Eltern wollten daraufhin ihre Tochter mit zweitem Vornamen „Müller“ nennen. Doch dürfen die das? Sie dürfen, entschied das Oberlandesgericht. Die Richter sahen keinen Hinderungsgrund darin, dass „Müller“ ein sehr häufiger Name ist. Seien weitere Vornamen vorhanden, die dem Kind im sozialen Kontakt eine „Ich-Findung“ leicht ermöglichen, so sei nicht zu erkennen, welche Bedeutung der Häufigkeit des als Nachnamen benutzten Vornamens zukommen solle.

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Das Gericht verwies auf die Tradition, ein Kind durch mehrere Vornamen etwa an Großeltern oder Taufpaten „anzubinden“. Diese Namen würden ja in der Regel ohnehin nicht als Rufname benutzt. Sie würden aber mit einem Bewusstsein der eigenen sozialen und familiären Einbindung getragen - als Bestandteil der Identitätsfindung und Individualisierung. Das treffe auch auf die Verwendung eines Namens zu, der üblicherweise nur als Nachname in Gebrauch sei.

RND/dpa

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