Haftbefehl gegen mutmaßlichen Schleuser

Dem Mann wird vorgeworfen, die Schleusung von 328 Flüchtlingen organisiert zu haben.

Dem Mann wird vorgeworfen, die Schleusung von 328 Flüchtlingen organisiert zu haben.

Strande. Die Staatsanwaltschaft Kiel wirft dem 27-Jährigen aus dem Irak vor, die Schleusung von 328 Flüchtlingen mit organisiert zu haben und für den Tod von 54 Menschen verantwortlich zu sein. Sie ertranken am 28. Oktober 2015, als das völlig überladene Boot im Mittelmeer auf der Fahrt von der Türkei nach Griechenland kenterte, wie die Kieler Nachrichten berichten.

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An diesem Tag im Oktober 2015 versuchte nicht nur dieses eine Boot, die griechischen Küsten zu erreichen. Die Küstenwache gab an, in 24 Stunden 900 Menschen gerettet zu haben. Da ruppige Bedingungen und Böen bis zu Windstärke sieben herrschten, wurde laut damaligen Presseberichten eine dramatische nächtliche Rettungsaktion gestartet. Insgesamt 434 Migranten starben im Oktober 2015 im Mittelmeer.

Einsatz in Strande dauerte drei Stunden

Der Einsatz der Bundespolizei in Strande begann am Mittwoch um 6 Uhr, koordiniert wurde er aus dem Präsidium in Potsdam: Es waren weder Bundespolizisten noch Landespolizisten aus dem Kieler und Eckernförder Gebiet involviert. Nach rund drei Stunden war der Einsatz beendet.

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Nach der Festnahme des mutmaßlichen Schleusers in Strande ist gegen den Iraker Haftbefehl erlassen worden. „Er bestreitet die Vorwürfe“, sagte Kiels Oberstaatsanwalt Axel Bieler am Donnerstag. Bei einer Verurteilung drohten dem Mann bis zu 15 Jahre Haft.

Einsatz sorgte für Gerüchte

In Strande sorgte der Einsatz für viele Gerüchte, auch wenn nicht jeder etwas mitbekommen hatte. „Es ist beruhigend, dass die Staatsanwaltschaft schnell mit Informationen dazu herauskam“, sagte eine Stranderin am Donnerstag. „Das war Strandgespräch“, sagte eine andere Frau.

Von Niklas Wieczorek und Kerstin von Schmidt-Phiseldeck

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