Kritik von Regierungspartei

Kritik an Patriarchat: Inderin heiratet sich selbst

Kshama Bindu (Mitte) vollzieht Rituale während ihrer Selbsthochzeit in ihrem Haus.

Kshama Bindu (Mitte) vollzieht Rituale während ihrer Selbsthochzeit in ihrem Haus.

Neu Delhi. Eine Bloggerin in Indien hat sich symbolisch selbst geheiratet. Dabei absolvierte sie in einem typisch roten Hochzeitskleid die üblichen Rituale, die bei hinduistischen Hochzeiten dazugehören – nur ohne Mann und ohne Priester. Ihre Hochzeit habe einen Vorteil, sie müsse ihr Zuhause danach nicht verlassen, sagte die 24-jährige Kshama Bindu der „Times of India“. In dem patriarchalen Land ziehen Frauen in der Regel nach der Hochzeit ins Haus der Schwiegereltern – zusammen mit ihrem neuen Ehemann.

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Ursprünglich wollte Kshama Bindu sich am Wochenende bei einer großen indischen Hochzeitsfeier in einem Tempel das Jawort geben. Doch dann gab es in dem Land, in dem Ehen zwischen Frau und Mann normalerweise arrangiert sind, eine Kontroverse in Medien und sozialen Netzwerken. Auch ihre Nachbarn seien nicht glücklich gewesen, sagte sie der „Times of India“.

„Versprechen, für sich selbst da zu sein“

Ein örtlicher Politiker der hindunationalistischen Regierungspartei kritisierte im Voraus, dass eine Selbsthochzeit gegen den Hinduismus sei, wie „India Today“ berichtete. So veranstaltete Bindu die Feier etwas früher im kleinen Rahmen zu Hause im Bundesstaat Gujarat.

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Der Trend der Selbsthochzeit – also einer rein symbolischen Feier der Selbstliebe – gibt es im Westen zwar schon einige Zeit, besonders bei Single-Frauen. Im eher traditionellen Indien könnte es laut örtlichen Medien aber die erste Feier dieser Art gewesen sein.

Kshama Bindu sagte „India Today“: „Selbsthochzeit ist ein Versprechen, für sich selbst da zu sein und sich bedingungslos zu lieben. Es ist auch ein Akt des sich Selbstakzeptierens.“

RND/dpa

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