Aktivisten der Gruppe „Letzte Generation"

Klimaforscher Rahmstorf verteidigt Kartoffelbreiwurf auf Monet-Gemälde

Aktivisten der „Letzten Generation“ schmierten Kartoffelbrei auf ein Monet-Gemälde.

Aktivisten der Gruppe „Letzten Generation“ schmierten Kartoffelbrei auf ein Monet-Gemälde.

Potsdam. Nach dem Anschlag der Klimaschutz-Protestgruppe „Letzte Generation“ auf ein Monet-Gemälde im Potsdamer Museum Barberini ist eine Debatte darüber entbrannt, ob diese Protestform legitim ist. Der Klimaforscher Stefan Rahmstorf vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung verteidigte auf Twitter die spektakuläre Aktion vom Sonntag.

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„Ich war erst sehr skeptisch, aber die Reaktionen zeigen den Sinn dieser Aktionsform: Sie entlarvt die Verlogenheit von Menschen, die sich über eine verschmutzte Glasscheibe echauffieren, aber nichts gegen die Zerstörung unseren einzigen, wundervollen Heimatplaneten unternehmen“, schrieb der renommierte Klimaforscher.

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Rahmstorf griff die Brandenburger CDU-Bundestagsabgeordnete Jana Schimke an. Sie hatte sich über den Anschlag auf das wertvolle Gemälde „Getreideschober“ von Claude Monet empört.

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Rahmstorf streitet sich mit Schimke

„Nein, es sind nicht nur Attacken, es ist Zerstörung. Unwiederbringlich“, schrieb Schimke in einer ersten Reaktion.

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„Was reden Sie da?“, reagierte daraufhin Klimaforscher Rahmstorf und verwies auf das Museum, wonach es keine Schäden an dem Bild gegeben habe. Die Aktivisten hätten vielmehr eine Form gefunden, um auf die massiven und unwiederbringlichen Schäden durch die fossile Energienutzung aufmerksam zu machen.

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Die Gruppe „Letzte Generation“ hatte am Sonntag Kartoffelbrei auf das Bild aus der Serie „Les Meules“ (Getreideschober) geschüttet. „Da das Bild verglast ist, hat es der umgehenden konservatorischen Untersuchung zufolge keinerlei Schäden davongetragen“, hieß es in einer Mitteilung des Museums. Bereits am Mittwoch soll das Werk wieder in den Ausstellungsräumen zu sehen sein.

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Vorwurf Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch

Insgesamt seien vier Personen an der Aktion beteiligt gewesen, berichtete Museumssprecherin Carolin Stranz. Ein Polizeisprecher sagte, Beamte hätten im Museum zwei Personen in Gewahrsam genommen. Die beiden sollen gegen 15 Uhr das Gemälde mit einer Flüssigkeit überschüttet und sich anschließend daneben festgeklebt haben. Gegen die beiden Personen werde wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung ermittelt.

Die Protestgruppe veröffentlichte auf Twitter ein Video von der Attacke auf das Gemälde. Sie forderte in der Erklärung am Sonntag von der Politik wirksame Maßnahmen zur Begrenzung des Klimawandels.

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Letzte Generation blockiert wieder Autobahnen

Am Montagmorgen setzten die Klimaaktivisten ihren Protest mit Straßenblockaden in Berlin fort. Betroffen waren am Montagmorgen fünf Stellen, darunter der Kaiserdamm in südlicher Richtung, die Frankfurter Allee im Bereich des Ringcenters sowie der Rosenthaler Platz, wie eine Polizeisprecherin sagte. Es gebe Sitzblockaden, manche Aktivisten hätten sich zudem an Schilderbrücken festgeklebt.

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Zuvor hatte die Verkehrsinformationszentrale in Folge der Aktionen über Stau auf der A100 im Bereich des Dreiecks Funkturms informiert. 40 Minuten dauere es dort länger. Weitere Details wurden zunächst nicht bekannt.

Die Blockaden wurden eigenen Angaben zufolge wie schon in den Wochen zuvor von der Umweltinitiative „Letzte Generation“ organisiert. „Sie fordern damit von der Bundesregierung, die Raserei auf deutschen Autobahnen zu beenden“, teilte eine Sprecherin mit.

Die Legitimität der Proteste wird immer wieder infrage gestellt. Der ehemalige SPD-Vorsitzende Norbert Walter Borjans schrieb: „Ist es euch bewusst, wie bekloppt es ist zu suggerieren, dass es um Kunst oder Leben geht...?“

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Der Bundestagsabgeordnete Johannes Wagner (Grüne) relativierte dagegen die Attacke: Dem Bild gehe es gut, dem Klima nicht, schrieb er.

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Die Barberini-Debatte scheint damit noch lange nicht beendet zu sein.

Dieser Artikel erschien zuerst bei der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“.

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