Lamm verbrannt: Schäfer ist fassungslos

Andé Schwendel, Schäfer aus Kücknitz ist entsetzt: unbekannte haben eines seiner Lämmer verbrannt.

Andé Schwendel, Schäfer aus Kücknitz ist entsetzt: unbekannte haben eines seiner Lämmer verbrannt.

Lübeck. Schäfer André Schwendel (51) ist ein gestandener Mann. Der gebürtige Thüringer, der seit 1984 Schafe hütet und viel herumgekommen ist, hat so etwas noch nicht erlebt. „Dass in Österreich mal ein Bär oder ein Wolf ein Schaf gerissen hat – ja! Aber so etwas Abartiges?“

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Er sitzt betroffen vor einem Sanddorn-Busch auf der Privatstraße der ehemaligen Kiesgrube und schaut auf das schwarze Etwas: verkohlter Kunststoff, vielleicht ein Fleece-Pulli, von dem noch so etwas wie ein Ärmel übrig ist. Drumherum dunkle Flecken auf dem Asphalt, "Benzin oder sowas", sagt Schwendel den "Lübecker Nachrichten". Wer genau hinsieht, erkennt ein kleines Stück Schafwolle am Rand des Tatorts. "Wolle brennt ja nur sehr schwer, deshalb hat der Täter das Schaf wohl in Kunstfaser gewickelt, überschüttet und angezündet."

Passiert sein muss die grausame Tat zwischen Sonntagabend und Montagmorgen. „Die Koppeln werden täglich abgelaufen, und wir kontrollieren, ob noch genug Wasser da ist“, erklärt Schwendel.

Sonntagabend sei noch alles in Ordnung gewesen. Am Montagmorgen informierte ihn ein Spaziergänger, dass auf der Straße ein verbranntes Schaf liege. „Ich konnte das erst gar nicht glauben“, sagt Schwendel, der mit zum Fundort im Bereich Resebergweg/Sandweg eilte. Beim späteren Zählen seiner Herde, die in 400 bis 500 Meter Entfernung zum Tatort auf einer Koppel weidet, stellte er fest, dass eines von 22 Tieren fehlte – ein vier Monate altes Lamm.

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Die Polizei ermittelt

Schäfer Schwendel suchte anschließend die Polizeistation Kücknitz auf und erstattete Anzeige, die Polizei leitete gegen den oder die bislang noch unbekannten Täter ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ein.

Dass das Lamm bereits vorher tot war, glaubt Schäfer Schwendel nicht. Er habe es untersucht, „es hatte keine Wunden, es war nirgendwo Blut zu sehen.“ Auch dass es vielleicht anderweitig krank oder schwach gewesen sei, schließt er aus. „Wir haben alle einen Blick dafür, auch meine Auszubildende.“ Das Lamm müsse beim Verbrennen grausame Qualen erlitten haben. „Das ist wirklich das Allerletzte“, empört sich Schwendel.

Immer wieder Brände in Kücknitz

Einmal ganz abgesehen von der Tierquälerei und dem traurigen Verlust des Lamms, wird es rund um den Hof des Landschaftspflegevereins langsam etwas gruselig. „Überall ringsherum wird gezündelt“, sagt Mitarbeiter Thomas Prass, „die Baumaschinen, unsere große Mülltonne – das ist schon unheimlich.“ Auch Schwendel habe schon abends um 22 Uhr die Feuerwehr rufen müssen. Angst komme schon auf, zumal die Gebäude des Landschaftspflegevereins allesamt aus Holz seien.

Darüber hinaus brannten in jüngster Zeit in Kücknitz immer wieder Kleingärten und das Blockbohlenhaus des Geschichtserlebnisraums. Ob es einen Zusammenhang zwischen den verschiedenen Brandstiftungen gibt, konnte die Polizei bislang nicht verifizieren. Auf alle Fälle führen jetzt häufiger Streifen durch Kücknitz, wissen Schwendel und Prass.

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Die Polizeistation Kücknitz bittet Zeugen, die zwischen Sonntagabend und Montag Auffälliges beobachtet haben, sich unter Telefon 0451/3003630 zu melden.

Von Sabine Risch/LN/RND

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