Liveblog: Mindestens 40 Tote – Papst spricht Mitgefühl aus

Rettungskräfte arbeiten in den Trümmern der teilweise eingestürzten Autobahnbrücke Ponte Morandi in Genua.

Rettungskräfte arbeiten in den Trümmern der teilweise eingestürzten Autobahnbrücke Ponte Morandi in Genua.

Genua. Wie konnte das passieren? Nach der entsetzlichen Tragödie in Genua mehren sich Fragen nach der Ursache für den Einsturz der wichtigen Autobahnbrücke. Die Suche nach Überlebenden geht unterdessen weiter, die offizielle Zahl der Todesopfer wurde am Morgen nach oben korrigiert.

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Am Dienstagmittag war während eines schweren Unwetters der Polcevera-Viadukt – auch Morandi-Brücke genannt – auf der Autobahn A10 in mehr als 40 Metern Höhe auf einem etwa 200 Meter langen Stück eingestürzt. Um die 30 Fahrzeuge waren zu der Zeit auf der Brücke unterwegs: Autos wurden in die Tiefe gerissen, Lastwagen stürzten in den Fluss Polcevera.

Die aktuellen Entwicklungen live in unserem Blog:

Liebe Leser, an dieser Stelle beenden wir unsere Live-Berichterstattung.

+++ 15.40 Uhr – Scheuer missbilligt Kritik an deutschen Brücken +++

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hält einen Vergleich von deutschen und ausländischen Brücken für unpassend. "Was in Deutschland als marode oder nicht ausreichend gilt, ist anderswo in einem guten Zustand eingestuft", sagte der CSU-Politiker dem Sender n-tv. Unfälle sind aber auch in Deutschland möglich, wie der Teileinsturz einer Autobahnbrücke in Bayern 2016 mit einem Toten zeigte. Die Brücke war allerdings ein Neubau und noch nicht in Betrieb.

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+++ 13.10 Uhr – Italien will Staatstrauer ausrufen +++

Die italienische Regierung will für die mehr als 40 Toten des Brückeneinsturzes von Genua eine nationale Staatstrauer ausrufen. Das kündigte der Präsident der Region Ligurien, Giovanni Toti, am Mittwoch laut Nachrichtenagentur Ansa auf einer Pressekonferenz in Genua an. Wann und wie lange die Staatstrauer gelten soll, ist noch unklar.

+++ 13.15 Uhr – Italiens Vize will Brücken prüfen lassen +++

Italiens Vize-Premier Luigi di Maio will alle Brücken in Italien überprüfen lassen. Das kündigte der Fünf-Sterne-Politiker vor Journalisten am Unglücksort Genua an. Die Regierung wolle damit feststellen, ob es weitere Brücken gibt, die sich in "ähnlich schlechtem Zustand" befinden", sagte er. Laut der Tageszeitung "La Repubblica" sind um die 300 Brücken und Tunnel marode.

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Außerdem kündigte di Maio eine „detaillierte und lückenlose Untersuchung“ an, welche Unternehmen für die Instandhaltung der Morandi-Brücke und wer für welches „Versäumnis“ verantwortlich sei. Di Maio warf zudem den Vorgängerregierungen vor, wider besseren Wissens um den schlechten Zustand der Brücken die ökonomischen Interessen der privaten Betreibergesellschaften „stets geschützt zu haben“.

+++ 12.40 Uhr – Noch immer Autos in den Trümmern der Brücke zu sehen +++

Einen Tag nach dem Brückeinsturz in Genua sind noch immer Autos in den gewaltigen Trümmern zu sehen. „Seit gestern sind verschiedene Fahrzeuge gefunden worden und es gibt noch immer Fahrzeuge, die (...) zu sehen sind“, sagte Federica Bornelli vom Roten Kreuz. Auf die Frage, ob es noch Hoffnung auf Überlebende gebe, sagte Bornelli, dass zurzeit gearbeitet werde, um alles möglich zu machen, was noch möglich ist. „Der Einsatz hat sich nicht verlangsamt.“

Doch die Bergungsarbeiten gestalten sich schwierig: Ein einziges Auto zu bergen habe am Morgen vier bis fünf Stunden gedauert. An jeder Stelle müsse das Sicherheitsrisiko für die Einsatzkräfte neu bewertet, erst dann könne gearbeitet werden. „Die Arbeit ist in mentaler und physischer Hinsicht sehr anstrengend.“

+++ 12.30 Uhr – Papst sichert Betroffenen Nähe zu +++

Papst Franziskus hat seine Solidarität mit den Betroffenen ausgedrückt. Die Tragödie „hat Opfer gefordert und Fassungslosigkeit in der Bevölkerung“ ausgelöst, sagte das katholische Kirchenoberhaupt am Mittwoch nach dem Angelus-Gebet auf dem Petersplatz. Er sicherte den Angehörigen der Toten, den Verletzten, den Obdachlosen und allen anderen, die wegen des „dramatischen Ereignisses“ leiden, seine Nähe zu und rief die Gläubigen zum Gebet auf.

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+++ 12.25 Uhr – Die Überlebenden des Unglücks +++

Dieser grüne Laster mit der Aufschrift "Basko" geht wohl in die Geschichte Italiens ein. Nur wenige Meter vor dem tödlichen Abgrund blieb er stehen: LKW-Fahrer Lugi rettete sich knapp vorm Sturz in die Tiefe. Sein Leben hat er einem Überholmanöver zu verdanken. Ähnlich großes Glück hatte der Ex-Fußballprofi Davide Capello. Dreißig Meter rauschte er mit seinem Auto in die Tiefe, ehe es sich zwischen Säulen und Trümmern verkeilte.

+++ 11.15 Uhr – Mittlerweile 42 Tote +++

Der Einsturz der Autobahnbrücke hat mindestens 42 Menschen das Leben gekostet. Das sagte der Staatsanwalt Francesco Cozzi dem Fernsehsender RaiNews24. Der Präfektur zufolge gibt es 16 Verletzte, der Zustand von 12 ist kritisch. Die Bergungsarbeiten an der Unglücksstelle gingen unvermindert weiter. Unter den Opfern sind mindestens auch drei Minderjährige im Alter von acht, zwölf und dreizehn Jahren.

+++ 11.10 Uhr – Die aktuellen Bilder zur Katastrophe im Video +++

+++ 10.40 Uhr – Betreiber drohen Lizenzverlust und Strafe +++

Italienische Regierungsmitglieder machen den privaten Autobahnbetreiber für den Einsturz der Brücke in Genua verantwortlich, der Dutzenden Menschen das Leben gekostet hat. Gegen Autostrade per l’Italia seien Schritte eingeleitet worden, um die Lizenz für die Straße zu entziehen und eine Strafe von bis zu 150 Millionen Euro zu verhängen, erklärte Verkehrsminister Danilo Toninelli am Mittwoch auf Facebook. Zuallererst müsse aber das Management zurücktreten.

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Sterne-Chef und Vize-Ministerpräsident Luigi Di Maio machte ebenfalls das Unternehmen für die Tragödie verantwortlich. „Autostrade muss für die Instandhaltung sorgen und hat dies nicht gemacht“, sagte er dem Radiosender Radicale. Auch Innenminister Matteo Salvini sprach sich für einen Entzug der Lizenz aus. Das sei das Mindeste, was man erwarten könne.

+++ 10.10 Uhr – Salvini sieht EU als Sicherheitsrisiko +++

Die strengen europäischen Defizitregeln stehen nach Ansicht von Italiens Innenminister Matteo Salvini der Sicherheit des Landes im Wege. Kosten, die für die Sicherheit ausgegeben werden, „dürfen nicht nach den strengen (...) Regeln berechnet werden, die Europa uns auferlegt“, sagte der EU-kritische Politiker dem Sender Radio24. „Immer muss man um Erlaubnis fragen, um Geld auszugeben“, beschwerte sich Salvini. Davon dürfe aber nicht die Sicherheit auf den Straßen, bei der Arbeit und in den Schulen, „in denen immer mal wieder die Decken einstürzen“, abhängen.

+++ 9.55 Uhr – Zahl der Toten steigt auf 37 +++

Die Zahl der Toten ist auf 37 gestiegen. Es gebe 16 Verletzte, der Zustand von 12 sei kritisch, teilte die Präfektur am Mittwoch mit. Die Bergungsarbeiten an der Unglücksstelle gingen unvermindert weiter. Unter den Opfern sind mindestens auch drei Minderjährige im Alter von acht, zwölf und dreizehn Jahren.

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+++ 9.05 Uhr – Italiens Ministerpräsident spricht von „Tragödie“ +++

Der italienische Regierungschef Giuseppe Conte hat nach dem Brückeneinsturz größere Anstrengungen bei der Kontrolle der Infrastruktur versprochen. „Das, was in Genua passiert ist, ist nicht nur für die Stadt eine tiefe Wunde, sondern auch für Ligurien und ganz Italien“, schrieb Conte Mittwochnacht auf Facebook.

Die Tragödie „verbrüdert alle“ und dränge darauf, nach den Ursachen zu suchen, erklärte Conte. Er sagte der Bevölkerung zu, dass die Regierung einen außerordentlichen Plan zur Kontrolle der Infrastruktur voranbringen werde. „Die Kontrollen werden sehr streng sein, denn wir können uns keine weiteren Tragödien wie diese erlauben.“ Am Mittwoch wollte der Regierungschef Verletzte in den Krankenhäusern der Stadt besuchen.

+++ 8.55 – Ex-Fußballprofi überlebte Einsturz der Brücke +++

Wie durch ein Wunder hat der italienische Ex-Fußballprofi Davide Capello den Brücken-Einsturz von Genua überlebt. Er stürzte am Dienstag beim Zusammenbruch der über 40 Meter hohen Morandi-Brücke mit seinem Auto in die Tiefe. „Ich erinnere mich an die Straße, die nach unten stürzte. Und ich hatte das Glück, dass ich, ich weiß auch nicht wo, gelandet bin“, sagte er Reportern am Dienstag im Krankenhaus. Es sei wie eine Szene aus einem apokalyptischen Film gewesen, zitierte ihn die Nachrichtenagentur Ansa.

+++ 8.00 – Genua trauert um Opfer der Katastrophe +++

Genua ist auch in der Nacht nicht zur Ruhe gekommen. Die Menschen sind fassungslos, der Blick auf die Trümmer macht ihnen Angst. "Ich bin immer wieder über die Brücke gefahren, für alles mögliche, um meine Familie zu sehen, um zur Arbeit zu fahren", erzählt ein 22-Jähriger. "Alle Genuesen sind über die Brücke gefahren. Es hätte jeden treffen können."

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+++ 7.40 – Zahl der Toten weiter gestiegen +++

Bei den nächtlichen Rettungsarbeiten wurden weitere Leichen geborgen worden. Die Zahl der Toten stieg damit auf 35, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa am frühen Mittwochmorgen unter Berufung auf die Präfektur in Genua berichtete.Unter den 35 Opfern sind auch drei Minderjährige im Alter von acht, zwölf und dreizehn Jahren, wie Ansa bereits in der Nacht unter Berufung auf das Innenministerium gemeldet hatte. Darüber hinaus seien 16 Menschen verletzt worden. Zuvor hatte die Zahl der bestätigten Todesopfer bei 26 gelegen, die Einsatzkräfte hatten Medienberichten zufolge aber schon am Dienstag von mindestens 35 Toten gesprochen.

Rettungskräfte sind nachts an der teilweise eingestürzten Autobahnbrücke Ponte Morandi in Genua im Einsatz.

Rettungskräfte sind nachts an der teilweise eingestürzten Autobahnbrücke Ponte Morandi in Genua im Einsatz.

+++ 7.20 – Experte: „Deutsche Brücken verrotten gefährlich“ +++

Der Brückeneinsturz in Italien befeuert auch in Deutschland eine alte Debatte neu: Viele Bauwerke hierzulande sind in schlechtem Zustand. Experten halten Beton für das falsche Material – und plädieren für eine traditionelle Konstruktionsweise. "Unsere Brücken verrotten gefährlich, ein Einsturzrisiko kann inzwischen nicht mehr ausgeschlossen werden", sagte der Bauingenieur und Architekt Richard J. Dietrich dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

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Von RND

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