Mann gesteht Brandanschlag auf seine Ehefrau

Ab Mittwoch muss sich ein 41-jähriger wegen heimtückischen Mordes an seiner Ehefrau verantworten.

Ab Mittwoch muss sich ein 41-jähriger wegen heimtückischen Mordes an seiner Ehefrau verantworten.

Kiel. Die Szenen zu Beginn des Prozesses um kurz nach neun Uhr waren skurril: „Meine Frau ist nicht tot“, betonte der 41-jährige Beschuldigte bereits bei der Feststellung der Personalien. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm den heimtückischen und grausamen Mord an seiner 38-Jährigen Frau vor

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Der Mann gestand dennoch Stunden später, seine Frau am 7. Dezember vor dem Mare Klinikum in Kronshagen mit Benzin übergossen und angezündet zu haben. Noch am Tag war sie verstorben. Laut Einschätzung des Beschuldigten waren die Verletzungen aber nicht lebensgefährlich. Er bezeichnete den Prozess als „Inszenierung“.

Das passte ins Bild des bisherigen Verlaufs: Aufgrund diverser Wahnvorstellungen des Beschuldigten, die in seinen weiten Ausführungen deutlich wurden, geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass die Tat im Zustand der Schuldunfähigkeit begangen wurde. Die Antragsschrift machte das deutlich. Es handelt sich um ein Sicherungsverfahren, in dem statt einer Gefängnisstrafe über eine dauerhafte Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung entschieden wird.

Der Mann war überzeugt, bald an Gift zu sterben

„Das sollte für sie ein Zeichen sein, dass sie nie wieder vergisst“, kommentierte der Mann seine Tat. Gleich zweimal habe er sie daher am 7. Dezember angezündet – helfende Passanten beiseite geschoben – angeblich weil er davon überzeugt war, dass seine Frau ihn bereits seit Längerem vergiften wollte.

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Den Tod der Mutter zweier gemeinsamer kleiner Kinder habe der Mann dabei billigend in Kauf genommen, sagte die Staatsanwältin. Auch Nachfragen des Vorsitzenden Richters nach dem Warum konnte der Beschuldigte nicht hinreichend beantworten: Er habe gewusst, dass er ohnehin sterben werde, betonte der Mann lediglich immer wieder – und habe seiner Frau zuvor zumindest eine Lektion erteilen wollen. Jetzt könne er kaum glauben, dass er heute noch lebe.

Im Verlauf des Vormittages aufgerufene Zeugen, die ihn am Tag der Tat erlebten, schilderten stets, dass der Mann sehr bewusst und aufgeräumt gewirkt habe. Auch vor Gericht war der 41-jährige Beschuldigte am Mittwochvormittag bereit, sich zu allen Vorwürfen zu äußern. Für den Prozess sind vier Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil wird am 30. August erwartet.

Von Niklas Wieczorek/RND

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