Metal und Mülltrennung – Nachhaltigkeit erobert das Festival

Besucher des Wacken Open Air feiern Auftritt der lokalen Feuerwehrkapelle.

Besucher des Wacken Open Air feiern Auftritt der lokalen Feuerwehrkapelle.

Wacken. Pünktlich um 15.45 Uhr erschütterte ein Chor aus tausenden Kehlen den Biergarten auf dem Festivalgelände: "Wacken, Wacken – Feuerwehr" skandierte die Menge, um dann sogleich in Blasmusik-Klassiker wie "Highway to Hell" von ACDC oder "Seven Nation Army" von den White Stripes einzustimmen. Der inoffizielle Kick-off eines Festivals, das offiziell erst am Folgetag startet. Aber auf Traditionen ist Verlass.

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Das Trash Mobile hält den Platz sauber

Genauso wie auf den guten Willen der 75.000 Metal-Fans und der Veranstalter. Im Wohnmobil-Park auf Parkplatz Y, dem etwas gediegenen Teil des Campings im „Holy Wacken Land“, zwischen „Dimmuborgir Road“ und „Street in Flames“, ertönt gegen 9.30 Uhr eine freundliche Lautsprecherstimme: Es ist Lene aus dem Nachbarort Vaal, sie sitzt am Steuer des „Trash Mobile“. Die vier Jungs und Mädels aus dem Landkreis Steinburg sind eine von vielen Crews, die das Festival sauber halten.

Lene (links, stehend) und ihre Kollegen vom „Trash Mobile“

Lene (links, stehend) und ihre Kollegen vom „Trash Mobile“

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Das geht aber nur mithilfe der Camper. „Die trennen fleißig ihren Müll und stellen ihn dann sortiert an die Straße“, erzählt Lene. Seit 12 Jahren gibt es diesen Service – theoretisch. „In den vergangenen Jahren konnten wir hier wegen des Wetters nicht rumfahren.“

Vor ein paar Jahren sah allerdings am Festivalende der Campingplatz eher aus wie eine wilde Mülldeponie – kaputte Kühlschränke und zerschlissene Sofas säumten die Wege: stumme Zeugen einer eher gedankenlosen Festivalkarawane, die Steinburgs Weiden nach dem Motto „nach mir die Sintflut“ zurückließ.

Wasser und Duschen: Festivalbesucher auf einem Campingplatz.

Wasser und Duschen: Festivalbesucher auf einem Campingplatz.

Vorboten eines kollektiven Umweltbewusstseins

Wie anders ist das Bild 2018. Fröhliche Biertrinker sitzen in ihren Wagenburgen um eine Kiste voller Pfandflaschen – gleiches gilt für Wasser, gern von der Charity-Marke "Viva con Aqua", wo die Flasche mit wenig Kohlensäure "kleinlaut" heißt. Auch am anderen Ende der Nahrungsverwertung hat sich viel getan. Die wilde Entsorgung der Chemietoiletten-Inhalte ist Geschichte, gesammelt wird an extra Punkten. 75.000 schwarz gekleidete Metalheads als Vorboten eines kollektiven Umweltbewusstseins – das ist wahre Avantgarde.

Saubere Entsorgung: Spezielle Behälter zur Entsorgung von Chemie-Toiletten.

Saubere Entsorgung: Spezielle Behälter zur Entsorgung von Chemie-Toiletten.

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Von RND/Daniel Killy

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