Nur 20 Euro Bußgeld für Rettungsgassen-Blockierer

Autofahrer hatten die Rettungsgasse auf der A5 bei Weiterstadt in Südhessen blockiert.

Autofahrer hatten die Rettungsgasse auf der A5 bei Weiterstadt in Südhessen blockiert.

Mörfelden-Walldorf/Darmstadt. Die Polizei sieht in den Fällen nur Ordnungswidrigkeiten, wie ein Sprecher am Freitag auf Anfrage von "Spiegel Online" und der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sagte. Den meisten Autofahrern drohe deshalb nur ein Bußgeld von 20 Euro.

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In Einzelfällen seien auch Strafen wegen Überholens auf der rechten Spur möglich, erklärte der Polizeisprecher. Dafür würden 100 Euro fällig und ein Punkt in der Verkehrssünderkartei. Das gelte für die Autofahrer, die den Rettungskräften auf dem Standstreifen gefolgt seien. Die Unterlagen habe die Polizei an die zuständige Bußgeldstelle weitergegeben.

Auf der Autobahn 5 war vor etwa einer Woche ein Bauarbeiter von einer Brücke etwa fünf Meter in die Tiefe gestürzt und schwer verletzt worden. Autofahrer hätten die Rettungskräfte behindert, teilte die Feuerwehr Mörfelden-Walldorf anschließend mit. Sie schickte anschließend Beweisfotos von etwa 30 Fahrzeugen an die Autobahnpolizei Darmstadt.

„Wir mussten die letzten 800 Meter zu Fuß laufen“

Die Autos haben kreuz und quer gestanden“, sagte der stellvertretende Stadtbrandinspektor Theo Herrmann. Nachdem erste Einsatzfahrzeuge noch hätten durchkommen können, seien „einige Schlaumeier hinterhergefahren“, um dem Stau zu entkommen, meinte der 59-Jährige. „Dann haben die aber gemerkt, es geht doch nicht weiter.“ Herrmann sagte weiter: „Wir mussten die letzten 800 Meter bis zum Einsatzort laufen. In voller Montur.“

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Feuerwehrmann sei er seit 46 Jahren. „Aber so etwas habe ich noch nicht erlebt“, erzählte Herrmann. Die Einsatzkräfte hätten noch „höflich darum gebeten“, doch Platz zu machen. Den Feuerwehrleuten seien aber dumme Kommentare an den Kopf geworfen worden – „Stellt Euch nicht so an“ und „Macht doch nicht so einen Zirkus“'.

Ulbig für höheres Bußgeld

Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) hat sich bereits für härtere Strafen ausgesprochen, wenn Autofahrer die Rettungsgasse blockieren. „Die jüngsten Vorfälle auf Autobahnen unterstreichen einmal mehr, dass wir den Bußgeldkatalog unter anderem bei gefährlichen Straßenverkehrsordnungswidrigkeiten anpassen müssen“, sagte der Chef der Innenministerkonferenz (IMK). „Blockierte Rettungsgassen verhindern und verzögern die lebenswichtige Arbeit der Rettungskräfte. Das dürfen wir nicht hinnehmen.“

Bei der jüngsten IMK-Sitzung habe man sich auf eine Überprüfung der Sanktionen verständigt. „Wir werden das Thema mit dem Bundesverkehrsminister erörtern und bei der Frühjahrssitzung in Dresden einen aktuellen Stand vorstellen“, sagte Ulbig.

Von RND/wer/dpa

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