„Reichsbürger“ muss lebenslang in Haft

Der Angeklagte Wolfgang P. vor dem Landgericht Nürnberg.

Der Angeklagte Wolfgang P. vor dem Landgericht Nürnberg.

Nürnberg. Im Prozess um den sogenannten Reichsbürger von Georgensgmünd hat das Gericht am Montag ein Urteil gesprochen: Der Angeklagte Wolfgang P. wurde wegen Mordes und zweifachen versuchten Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

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P. hatte bei einem Polizeieinsatz Mitte Oktober 2016 auf Beamte eines Spezialeinsatzkommandos geschossen. Dabei starb ein Polizist, zwei weitere wurden verletzt. Die Spezialeinheit sollte helfen, die rund 30 Waffen im Haus von P. zu beschlagnahmen. Denn bei den Behörden galt der Jäger als nicht mehr zuverlässig.

Der Angeklagte betrat den Gerichtssaal am Montag mit einem Lächeln. Das Urteil nahm er regungslos zur Kenntnis. Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslange Haft wegen Mordes gefordert. Die Verteidigung plädierte auf ein Urteil wegen fahrlässiger Tötung und forderte eine „angemessene Haftstrafe“.

Der Fall hat ein Schlaglicht auf die Bewegung der „Reichsbürger“ geworfen, die noch vor rund einem Jahr meist nur Insidern der Sicherheitsbehörden ein Begriff waren. Anhänger dieser Bewegung lehnen die Bundesrepublik, deren Organe und Behörden ab und akzeptieren keine amtlichen Bescheide. P. selbst hatte Anfang 2016 im Einwohnermeldeamt seinen Personalausweis abgegeben.

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Staatsanwalt Matthias Held hatte dem Angeklagten in seinem Plädoyer vorgeworfen, einen Angriff auf Polizisten von langer Hand geplant zu haben. Aus dem Hinterhalt habe er an jenem Morgen elfmal auf die Beamten geschossen - mit dem Ziel, möglichst viele von ihnen zu verletzen und zu töten. Dem widersprach Anwältin Susanne Koller und kritisierte den Einsatz als „dilettantisch“ und unnötig.

Von RND/dpa

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