Revolte in Gefängnis – mindestens 60 Tote

Bei einer Revolte in einem brasilianischen Gefängnis sind mindestens 60 Menschen getötet worden.

Bei einer Revolte in einem brasilianischen Gefängnis sind mindestens 60 Menschen getötet worden.

Manaos. Erst nach 17 Stunden konnten die Sicherheitskräfte die Kontrolle über die Haftanstalt wiedergewinnen. Rund 90 Häftlinge seien geflüchtet, berichtete der Fernsehsender Globo News.

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Die Meuterei in dem Gefängnis Anísio Jobím in der nordbrasilianischen Stadt Manaus brach am Sonntag aus, als rivalisierende Häftlingsgruppen aneinander gerieten - mutmaßlich ging es um die Kontrolle des Drogenhandels in der Anstalt. Zwölf Gefängniswärter und 74 Häftlinge seien zeitweise als Geiseln genommen worden. Kopflose Leichen von sechs Inhaftierten seien von Aufständischen aus dem Gebäude geworfen worden.

Drogen-Gangs: Mitglieder der FDN wollten Häftlinge des PCC töten

Dutzende Angehörige von Häftlingen versammelten sich vor der Haftanstalt, um Auskunft über inhaftierte Verwandten zu bekommen. Pressevertretern wurde der Zugang verweigert.

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Zwei berüchtigte Banden sollen an dem Gewaltausbruch beteiligt gewesen sein: die Primeiro Comando da Capital (PCC/Erstes Kommando der Hauptstadt) mit Hauptsitz in São Paulo und die Familia del Norte (FDN). „Mitglieder der FDN wollten Häftlinge des PCC töten“, sagte Fontes. In der Anstalt mit Kapazität für 454 Inhaftierte waren 585 Häftlinge untergebracht.

Es handelt sicht um die höchste Opferzahl bei einer Gefängnisrevolte in Brasilien seit der Meuterei 1992 in der Haftanstalt von Carandiru in São Paulo. Dort kamen 111 Häftlinge um, als die Polizei das Gefängnis stürmte. Im Oktober 2016 wurden bei mehreren Revolten in nur einer Woche mindestens 18 Häftlinge getötet.

Über 620.000 Häftlinge in Brasilien

Die kriminellen Banden sind landesweit organisiert. Mitglieder können auch in Haft in der Regel untereinander per Handy kommunizieren. Die Polizei hält sich im Inneren der Gefängnisse aus dem Geschehen heraus. So blüht auch hinter den Mauern der Drogenhandel. Die Gewerkschaften der Haftwärter kritisieren vor allem eine völlig unzureichende Personalausstattung.

Brasilien ist eines der Länder mit der höchsten Zahl an Gefängnisinsassen. Nach Angaben des Instituts IPCR gibt es derzeit über 620.000 Häftlinge im Land.

Von RND/fw/dpa

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