3 Millionen Euro aus Förderprogramm

Bericht: Russische Oligarchen-Jacht von deutschen Steuergeldern finanziert

Die in Kiel gebaute Luxusjacht „Sailing Yacht A“ wurde in Italien beschlagnahmt.

Die in Kiel gebaute Luxusjacht „Sailing Yacht A“.

Die größte Segeljacht der Welt heißt „Sailing Yacht A“ und gehört dem russischen Oligarchen Andrej Melnitschenko. Recherchen von „T-Online“ haben nun gezeigt, dass die Jacht von deutschen Steuergeldern mitfinanziert worden sein soll.

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Mit 143 Metern gilt sie als größte Segeljacht der Welt. Der Bau des Schiffes soll rund 400 Millionen Euro gekostet haben. Gebaut wurde die „A“ in Kiel von der Nobiskrug-Werft in Zusammenarbeit mit der damaligen Schwesterwerft German Naval Yards.

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3 Millionen Euro aus deutschem Förderprogramm

Dem Bericht zufolge sollen Zahlungen aus dem Förderprogramm „Innovativer Schiffbau sichert wettbewerbsfähige Arbeitsplätze“ in den Bau der Jacht geflossen sein. Mindestens 3 Millionen Euro seien vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle bewilligt und an die Nobiskrug-Werft überwiesen worden.

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Das deutsche Förderprogramm „Innovativer Schiffbau sichert wettbewerbsfähige Arbeitsplätze“ unterstützt innovative Produkte und Verfahren im maritimen Sektor. Die Förderrichtlinien besagen: „Innovationen im Sinne dieser Richtlinie sind industrielle Anwendungen von Produkten oder Verfahren, die im Vergleich zum Stand der Technik in der Schiffbauindustrie in der Europäischen Union technisch neu oder wesentlich verbessert sind und das Risiko eines technischen oder industriellen Fehlschlags bergen.“ Die Unternehmen bekommen Aufträge und können dann Fördermittel für die Durchführung der Projekte beantragen.

Arbeitsplätze sichern

Dies sei auch bei der Nobiskrug-Werft der Fall gewesen, als sie den Auftrag für die größte Segeljacht der Welt erhielt. Die Förderung der Werft durch den Staat soll Arbeitsplätze und Unternehmen in der Region sichern.

Auf der Internetseite der EU-Kommission sind die Förderungen für die Werft veröffentlicht. 8 Millionen Euro habe die Werft in dem Förderprogramm demnach erhalten. Wie viel davon tatsächlich in den Bau der „A“ investiert wurde, ist von dem Unternehmen bisher nicht angegeben worden.

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Melnitschenko wurde im Zuge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine von der EU auf die Sanktionsliste gesetzt. Im italienischen Triest wurde folglich seine „Sailing Yacht A“ während eines Werftaufenthalts festgesetzt.

Das Vermögen von Melnitschenko beläuft sich laut Schätzungen des „Forbes“-Magazins auf 26,4 Milliarden Dollar. Er gilt als Vertrauter Putins und gründete den russischen Düngemittelhersteller Eurochem und das Kohleenergieunternehmen SUEK.

RND/vkoe

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