Schwesta Ewa muss zweieinhalb Jahre in Haft

Kriminelle Musikerin: Rapperin Schwesta Ewa vor Gericht.

Kriminelle Musikerin: Rapperin Schwesta Ewa vor Gericht.

Frankfurt/Main. Zuhälterei, Menschenhandel, Körperverletzung und Steuerhinterziehung: Die Liste, wegen der die Schwesta Ewa sich in den vergangenen Woche vor dem Landgericht Frankfurt verantworten musste, ist lang. Nun haben die Richter ein Urteil gesprochen: Die Rapperin aus der hessischen Metropole muss ins Gefängnis – für zweieinhalb Jahre.

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Am Dienstag verhängten die Richter die Strafe unter anderem wegen Steuerhinterziehung und Körperverletzung. Die Vorwürfe der Zuhälterei und des Menschenhandels sah die Kammer nicht als erwiesen an. Das Gericht setzte den Haftbefehl gegen Schwesta Ewa aus, sie kam damit nach knapp acht Monaten Untersuchungshaft auf freien Fuß. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Bleibt der Richterspruch bestehen, müsste die Rapperin noch einmal ins Gefängnis.

Zeuginnen hatten die Rapperin entlastet

Der 32-jährigen Gangster-Rapperin mit Polnischen Wurzeln, die für ihre vulgären Texte bekannt ist, stand auch vor Gericht, weil sie von November 2015 bis September 2016 mehrere junge Frauen im gesamten Bundesgebiet zur Prostitution gezwungen zu haben soll. Einige Opfer sollen minderjährige Fans gewesen sein. Schwesta Ewa habe die 17- bis 19-Jährigen bewusst emotional und finanziell abhängig sowie "durch psychischen Druck und wiederholte körperliche Misshandlungen gefügig" gemacht, wie es in der Anklage hieß. Zu dem Geld, das sie dabei verdiente, habe sie zudem in ihren Einkommensteuer- und Umsatzsteuererklärungen falsche Angaben gemacht, erklärte die Staatsanwaltschaft in der Anklageerhebung. Durch die Steuerhinterziehung war ein Schaden von rund 60 000 Euro entstanden.

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Die Musikerin hatte vor Gericht zugegeben, die Frauen geschlagen zu haben. Von Zuhälterei könne aber keine Rede sein: Die Frauen seien der Prostitution freiwillig nachgegangen. Auch die vier Zeuginnen hatten vor dem Landgericht bestritten, von der Angeklagten zur Prostitution gezwungen worden zu sein.

„Ich schäme mich für mein Leben“

Schwesta Ewa, die 1984 in Polen geboren wurde und in Kiel aufwuchs, arbeitete selbst viele Jahre als Prostituierte in Frankfurt. In dieser Zeit wurde sie drogensüchtig. Erst 2012 schaffte sie den Absprung in die Musikbranche, wo sie sich mit ihren derben Texten einen Namen gemacht hat. Sie ist eine der wenigen Frauen in der von Männern dominierten Rapszene.

Der aktuelle Prozess scheint der Rapperin zufolge aber einen Neuanfang für die 32-Jährige zu sein. „Ich schäme mich sehr für mein hässliches und aggressives Leben“, zitiert die „Bild“ die Frankfurterin. „Es ist nicht mit meinem zukünftigem Leben vereinbar. Ich werde mich davon distanzieren und mich komplett auf meine Musik konzentrieren.“

Von RND/dpa

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