Vier Tote bei Anschlag in Jerusalem

In Jerusalem ist ein Attentäter mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge gefahren.

In Jerusalem ist ein Attentäter mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge gefahren.

Jerusalem. Der Fahrer, ein Mann namens Fadi al-Qanbar, habe im Stadtteil Armon Hanaziv eine Menschenmenge absichtlich gerammt, teilte eine Polizeisprecherin mit. Nach Angaben des Fernsehens wurde der Attentäter erschossen. Der Fahrer sei “neutralisiert“ worden, teilte die Polizei mit.

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Der Lastwagenfahrer sei in eine Gruppe von Soldaten gefahren, die gerade aus einem Autobus gestiegen war, teilte eine Polizeisprecherin mit. Bei den Opfern handelte es sich um die drei Soldatinnen Yael Yekutiel, Shir Hajaj, Shira Tzur sowie um Erez Averbuch. Zwei weitere Kadetten wurden schwer verletzt, 15 junge Soldaten erlitten minderschwere Verletzungen.

Stadtteil immer wieder Schauplatz von Anschlägen

Der Attentäter Fadi al-Qanbar sei aus dem benachbarten arabischen Viertel Dschabel Mukaber gekommen, berichtete das Fernsehen. Immer wieder kamen in der Vergangenheit gewaltbereite Palästinenser von dort nach Amon Hanaziv, um dort Terror zu verbreiten.

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Armon Hanaziv ist kein Teil Ost-Jerusalems, das Israel 1967 von den jordanischen Besetzern erobert hatte. Es ist Niemandsland, das von den Vereinten Nationen verwaltet wird, die dort auch ihren Sitz haben. Ursprünglich saß hier das Hauptquartier des Britischen Mandatsgebiets Palästina. Der hebräische Name bedeutet „Gouverneurs-Palast“. 1948 wurde das Gelände demilitarisiert. 1967 eroberten die Jordanier den Hügel und beschossen von dort aus israelische Truppen, die daraufhin das Gelände stürmten und später wieder der UNO übergaben.

Die Palästinenser beanspruchen das Gebiet dennoch als Teil einer künftigen Hauptstadt für sich. In dem Stadtteil war es seit Beginn der neuen Gewaltwelle im Herbst 2015 immer wieder zu Anschlägen gekommen.

Israels Polizeichef: Attentäter stammte aus Ost-Jerusalem

Der palästinensische Attentäter stammt aus dem von den Palästinensern für sich beanspruchten Ostteil Jerusalems. Dies bestätigte der israelische Polizeichef Roni Alscheich am Sonntag. Es habe keine konkreten Warnungen vor einem Anschlag gegeben, sagte Alscheich am Ort des Anschlags. Soldaten hätten schnell reagiert und den Attentäter erschossen.

Im Gazastreifen wurde das Attentat gefeiert. Aus diesem Anlass wurden, wie nach jedem Terrorangriff gegen Israel, Süßigkeiten verteilt.

Im Gazastreifen wurde das Attentat gefeiert. Aus diesem Anlass wurden, wie nach jedem Terrorangriff gegen Israel, Süßigkeiten verteilt.

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Über weitere Details der Ermittlungen sei eine Nachrichtensperre verhängt worden, sagte Alscheich. Der Inlandsgeheimdienst Schin Bet sei an der Untersuchung beteiligt. Der Polizeichef wollte nicht sagen, ob der Lastwagen dem Attentäter gehörte oder ob er ihn vor dem Anschlag gestohlen hatte. Er wollte sich auch nicht dazu äußern, ob man davon ausgehe, dass der Täter allein handelte.

Ein Mitarbeiter des Rettungsdienstes Zaka sagte, den Sanitätern habe sich am Ort des Anschlags ein schlimmer Anblick geboten. Einige der Opfer, darunter auch Tote, waren unter dem Lastwagen eingeklemmt. Sie mussten mit einem Kran befreit werden. Der Zaka-Mitarbeiter sagte dem israelischen Fernsehen, es handele sich um „den schlimmsten Anschlag mit einem Fahrzeug, den wir in der letzten Zeit in Jerusalem gesehen haben“.

Abdul-Latif Qanou, Sprecher der Terror-Organisation Hamas, die über den Gazastreifen herrscht, begrüßte den Anschlag und nannte ihn „heroisch“. Unter dem Hashtag #TruckIntifada wurde das Attentat von der Hamas auf Twitter gepriesen.

Von RND/dpa/dk

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