Vierter Mord-Verdächtiger in Kuala Lumpur in Haft

Mörderischer Bruder: Diktator Kim Jong Un (links) und sein ältester Halbbruder Kim Jong Nam.

Mörderischer Bruder: Diktator Kim Jong Un (links) und sein ältester Halbbruder Kim Jong Nam.

Kuala Lumpur. Nach dem mutmaßlichen Giftmord am ältesten Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat die Polizei in Malaysia am Sonnabend eine vierte verdächtige Person festgenommen. Bei dem Festgenommenen soll es sich um einen 47 Jahre alten Nordkoreaner handeln. Nach drei weiteren Verdächtigen werde noch gefahndet. Der 45 Jahre alte Kim Jong Nam war am Montag auf dem Flughafen von Kuala Lumpur während eines nur wenige Sekunden dauernden Überfalls getötet worden.

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In dieser Woche waren bereits zwei Frauen, eine 29-Jährige mit indonesischem Pass sowie eine 28-Jährige mit Papieren aus Vietnam, als Hauptverdächtige sowie ein Malaysier festgenommen worden. Bei den Frauen wird spekuliert, dass sie Agentinnen des nordkoreanischen Geheimdienstes sind.

Bereits festgenommen: Eine 28-Jährige, hier ein Bild aus einer Überwachungskamera am Flughafen. Sie soll nordkoreanische Agentin sein.

Bereits festgenommen: Eine 28-Jährige, hier ein Bild aus einer Überwachungskamera am Flughafen. Sie soll nordkoreanische Agentin sein.

Der 45-Jährige – erstgeborener Sohn des früheren Diktators Kim Jong Il – wurde früher auch als dessen Nachfolger gehandelt. Noch zu Lebzeiten des Vaters fiel er jedoch in Ungnade. Nach dessen Tod im Dezember 2011 rückte sein jüngerer Halbbruder Kim Jong Un an die Spitze des kommunistischen Staates auf. Kim Jong Nam lebte seither die meiste Zeit im Ausland. Mehrfach äußerte er sich kritisch über die Situation in seinem Heimatland, der letzten kommunistischen Dynastie. Als Regimegegner galt er jedoch nicht.

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Der Verdacht richtet sich vor allem gegen Nordkorea, dessen Machthaber für brutales Vorgehen bekannt ist. Über die möglichen Motive wird spekuliert. Malaysias Behörden halten sich offiziell sehr zurück. Die „New Straits Times“ (Donnerstag) zitierte einen hochrangigen Polizeibeamten aber mit den Worten: „Wir haben Grund zu der Annahme, dass dies das Werk von ausländischen Agenten war.“

Zuletzt verlautete am Freitag, dass Pjöngjang die Ergebnisse der Obduktion nicht anerkennen will. Die Behörden in Malaysia hätten diese ohne Einverständnis Nordkoreas und ohne nordkoreanische Zeugen vorgenommen, sagte Botschafter Kang Chol am Freitag in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur. Das Ergebnis der Obduktion wurde bisher nicht veröffentlicht.

Von RND/dpa

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