Afghanistan: Laut UN schon mehr als 100 außergerichtliche Tötungen seit Machtübernahme

Grenzkämpfer der Taliban nehmen nach einem dreiwöchigen Trainingsprogramm in Lashkar Gah, Provinz Helmand, im Südwesten Afghanistans, an einer Abschlussfeier teil. Nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan hat es in dem Land nach UN-Angaben wohl mehr als 100 außergerichtliche Tötungen von ehemaligen staatlichen Angestellten gegeben. (Archivbild)

Grenzkämpfer der Taliban nehmen nach einem dreiwöchigen Trainingsprogramm in Lashkar Gah, Provinz Helmand, im Südwesten Afghanistans, an einer Abschlussfeier teil. Nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan hat es in dem Land nach UN-Angaben wohl mehr als 100 außergerichtliche Tötungen von ehemaligen staatlichen Angestellten gegeben. (Archivbild)

New York. Nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan hat es in dem Land nach UN-Angaben wohl mehr als 100 außergerichtliche Tötungen von ehemaligen staatlichen Angestellten gegeben. „Mehr als zwei Drittel dieser außergerichtlichen Tötungen sollen von den De-facto-Machthabern oder ihren Unterorganisationen begangen worden sein“, heißt es in einem internen Bericht von Generalsekretär António Guterres an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Er liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Bei mehr als 50 Tötungen stünden Dschihadisten mit Verbindungen zum Islamischen Staat unter Verdacht.

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Die Vereinten Nationen berufen sich dabei auf „glaubwürdige Anschuldigungen“, die die UN-Mission in dem Land seit Mitte August bezüglich ehemaliger Regierungsmitglieder, Sicherheitskräfte und Militärs erreicht hätten. Auch eine Reihe von Menschenrechtlern und Journalisten seien in den vergangenen Monaten „angegriffen, eingeschüchtert, schikaniert, willkürlich festgenommen, misshandelt und getötet“ worden, hieß es weiter. Hier zählten die UN acht Mitglieder zivilgesellschaftlicher Organisationen und zwei Medienschaffende, die durch die radikal-islamische Taliban, Islamisten oder Unbekannte ums Leben kamen.

Die schwere sozioökonomische Krise in Afghanistan könne nach Ansicht von Guterres nur dann überwunden werden, wenn die Taliban international nicht isoliert würden: „Die Entwicklung eines konstruktiven Dialogs zwischen den De-facto-Machthabern, anderen afghanischen Interessengruppen, der Region und der internationalen Gemeinschaft (...) ist daher von entscheidender Bedeutung.“ Der UN-Chef schlug eine neue Struktur der Präsenz der Vereinten Nationen in Afghanistan vor, durch die auf der einen Seite die politische Entwicklung und auf der anderen die humanitäre Hilfe koordiniert werden sollen.

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RND/dpa

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