Afghanistan wird 400 inhaftierte Taliban freilassen

Aschraf Ghani, Präsident von Afghanistan, führt am letzten Tag durch die große Ratssitzung, die Loya Jirga. In Afghanistan hat eine große Ratsversammlung der umstrittenen Freilassung inhaftierter Taliban zugestimmt und damit die wichtigste Hürde für den Beginn innerafghanischer Friedensgespräche aus dem Weg geräumt.

Aschraf Ghani, Präsident von Afghanistan, führt am letzten Tag durch die große Ratssitzung, die Loya Jirga. In Afghanistan hat eine große Ratsversammlung der umstrittenen Freilassung inhaftierter Taliban zugestimmt und damit die wichtigste Hürde für den Beginn innerafghanischer Friedensgespräche aus dem Weg geräumt.

Kabul. In Afghanistan hat die traditionelle Stammesversammlung am Sonntag der Freilassung von 400 gefangenen Taliban zugestimmt und so den Weg für Verhandlungen mit den Aufständischen geebnet. Afghanistans Präsident Aschraf Ghani erklärte in einer Rede an die mehr als 3.000 Delegierten, er werde einen entsprechenden Beschluss unterzeichnen, wie der TV-Sender "Tolo News" berichtete. Die Entscheidung der sogenannten Loya Dschirga gilt als entscheidender Schritt für direkte Beratungen zwischen den aufständischen Taliban und der Regierung in Kabul über ein Ende des 19-jährigen Konfliktes am Hindukusch.

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Die Versammlung der 3.200 Stammesältesten und weiterer Respektpersonen hatte seit Freitag in Kabul getagt. Die Delegierten forderten in ihrem Beschluss die Taliban zu einem "dauerhaften" Waffenstillstand auf.

Mit der Freilassung der verbliebenen Gefangenen erfüllt Afghanistan seine Zusage, 5.000 Taliban-Kämpfer freizulassen. Präsident Ghani hatte dazu erklärte, die 400 Gefangenen hätten schwere Verbrechen begangen, und er habe daher nicht das Recht, diese auf freien Fuß zu setzen, ohne den Rat der Stammesältesten einzuholen. Die Frage der Gefangenenbefreiung ist seit Ende Februar ein heikler Streitpunkt zwischen den Taliban und der afghanischen Regierung und hatte bislang die innerafghanischen Gespräche blockiert. Diese sollen nun in der kommenden Woche in der katarischen Hauptstadt Doha starten.

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Ende Februar hatten die USA und die aufständischen Taliban ein historisches Friedensabkommen geschlossen, das den Abzug der USA aus Afghanistan vorsieht. Am Samstag erklärten die USA, sie wollten bis Ende November die Zahl ihrer Soldaten in Afghanistan auf weniger als 5.000 reduzieren.

RND/epd

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