Merkel über ihre Ukraine-Politik

„Ich hatte nicht mehr die Kraft, mich durchzusetzen“

Bundeskanzlerin a. D. Angela Merkel, aufgenommen im Rahmen eines Interviews.

Bundeskanzlerin a. D. Angela Merkel, aufgenommen im Rahmen eines Interviews.

Für Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel kam der russische Angriff auf die Ukraine nicht überraschend. „Das Abkommen von Minsk war ausgehöhlt. Im Sommer 2021, nachdem sich die Präsidenten Biden und Putin getroffen hatten, wollte ich mit Em­manuel Macron im EU-­Rat noch mal ein eigenständiges europäisches Ge­sprächsformat mit Putin herstellen“, sagte sie nun dem Magazin „Spiegel“.

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„Aber ich hatte nicht mehr die Kraft, mich durchzusetzen, weil ja alle wussten: Die ist im Herbst weg.“ Wenn sie im September noch einmal zur Wahl angetreten wäre, hätte sie weitergebohrt, beteuert sie.

Bundeskanzlerin a.D. Angela Merkel posiert  in ihrem Buero fuer ein Foto. Berlin, 15.06.2022

„Jetzt bin ich frei“

Nach dem Ende ihrer Kanzlerschaft hat Angela Merkel das RedaktionsNetzwerk Deutschland zu dem ersten Interview in ihrem neuen Büro empfangen. In dem sehr persönlichen Gespräch blickt die Bundeskanzlerin a.  D. zurück auf ihre Russland-Politik und die Entscheidung für Nord Stream 2. Und erklärt, warum sie nie offen Partei für die Ostdeutschen ergriffen hat.

Wenige Monate vor dem Ende ihrer Amtszeit war Merkel noch zu Putin nach Moskau gereist – zu einem Abschiedsbesuch. Doch die Ex-Kanzlerin gibt gegenüber dem Magazin zu: „Das Gefühl war ganz klar: ‚Machtpolitisch bist du durch.‘ Für Putin zählt nur Power.“ Er habe zu diesem letzten Besuch auch Außenminister Sergei Wiktorowitsch Lawrow mitgebracht. „Sonst haben wir uns häufiger unter vier Augen getroffen“, so Merkel.

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Altkanzlerin Merkel verteidigt Vertrauen gegenüber Russland als Gaslieferant

Altkanzlerin Angela Merkel glaubt, dass der Bezug von billigem Erdgas aus Russland „aus der damaligen Perspektive richtig war“.

Merkel zu ihrem Abtritt: „Innenpolitisch war es überreif“

Sie bereue es aber weiterhin nicht, nicht noch einmal als Kanzlerkandidatin angetreten zu sein. „Da musste mal jemand Neues ran“, so ihre Meinung. „Innenpolitisch war es überreif.“ Und auch außenpolitisch sei sie zum Ende ihrer Amtszeit bei vielen Anliegen keinen Millimeter wei­tergekommen. „Nicht nur, was die Ukraine angeht. Transnistrien und Moldau, Georgien und Abchasien, Syrien und Libyen. Es war Zeit für einen neuen Ansatz“, ist die Altkanzlerin sich sicher.

RND/hsc

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