Atomunfall - was zu beachten ist

Angriffe auf ukrainische AKW: Umweltministerium warnt vor Einnahme von Jodtabletten

Das Kernkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine

Das Kernkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine

Berlin. Vor dem Hintergrund des russischen Kriegs gegen die Ukraine und einer möglichen Gefahr von Angriffen auf Atomkraftwerke hat das Bundesumweltministerium vor einer anlasslosen Einnahme von Jodtabletten gewarnt. „Aufgrund der Entfernung zur Ukraine ist nicht damit zu rechnen, dass eine Einnahme von Jodtabletten erforderlich werden könnte“, schrieb das Ministerium am Mittwochnachmittag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, aufgrund der anhaltenden Kämpfe im Krisengebiet vor der Gefahr eines Atomunfalls gewarnt.

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Jodtabletten dienen nach Angaben des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) im Falle eines nuklearen Unfalls als Schutz vor einer Einlagerung von radioaktivem Jod in die Schilddrüse. „Von einer selbstständigen Einnahme der Tabletten wird dringend abgeraten. Eine Selbstmedikation birgt erhebliche gesundheitliche Risiken, hat aktuell aber keinerlei Nutzen“, erklärte das Ministerium, das in Deutschland auch für die nukleare Sicherheit zuständig ist. Von der selbstständigen Jod-Einnahme hatte auch der Deutsche Apothekerverband am Vortag „dringend“ abgeraten.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) teilte am Mittwochnachmittag auf seiner Webseite mit, dass ihm derzeit „keine belastbaren Hinweise“ vorlägen, „wonach bei den Kampfhandlungen in der Ukraine radioaktive Stoffe in erhöhtem Maße ausgetreten sind“. Das BfS verfolge die Lage aber aufmerksam. Dazu gehöre auch die Situation rund um das ukrainische Kernkraftwerk Saporischschja, nachdem russische Truppen nach Angaben der IAEA das Gebiet rund um das Kraftwerk unter ihre Kontrolle gebracht hätten.

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Darüber hinaus stellt das BfS fest: „Aufgrund der Lage sind nur wenige Informationen verfügbar und diese sind schwer zu überprüfen. Radiologische Auswirkungen auf Deutschland sind nach dem Stand der verfügbaren Informationen nicht zu befürchten.“

Das Bundesumweltministerium rät dazu, sich auf der Seite des BfS und auch über die Webseite jodblockade.de über die Entwicklungen zu informieren. Beide Webseiten würden bei relevanten Entwicklungen aktualisiert, hieß es.

RND/dpa

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