Erneuter Versuch im Frühjahr?

Hofreiter nach Besuch in Kiew: Ukraine bereitet sich auf russischen Eroberungsversuch von Kiew vor

Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag,  kommt Dienstag nach Greifswald.

Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, spricht sich für die Lieferung von Schützen- und Kampfpanzern aus.

Berlin. Die Ukraine bereitet sich nach den Worten des Grünen-Bundestagsabgeordneten Anton Hofreiter auf einen erneuten russischen Versuch vor, nach dem Winter die Hauptstadt Kiew zu erobern. „Die Botschaft der Ukrainer war: Wir haben Erkenntnisse, dass Russland keines seiner Kriegsziele aufgegeben hat“, sagte der Vorsitzende des Ausschusses für die Angelegenheiten der Europäischen Union dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) nach Gesprächen in Kiew. Das gelte auch für die Eroberung der Hauptstadt. „Die Ukrainer bereiten sich auf einen weiteren Angriff auf Kiew im Frühjahr vor.“ Befürchtet werde eine massive Verstärkung der russischen Truppen.

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„Die Hauptsorge der Ukraine ist, dass Russland im Frühjahr 280.000 frisch ausgebildete Soldaten an die Front schicken könnte“, sagte Hofreiter. „Das ukrainische Militär sagt, man habe im Moment die Oberhand. Sie geben aber offen zu, die Sorge zu haben, dass Russland im Frühjahr wieder die Oberhand gewinnen könnte. Wenn Russland wieder in die Offensive kommt, wird befürchtet, dass sich der Krieg sehr in die Länge ziehen könnte.“ Vor diesem Hintergrund sagte der Grünen-Politiker: „Spätestens im Frühjahr braucht die Ukraine Munition für die Flugabwehr und gepanzerte Fahrzeuge.“

Ukraine verliert in Cherson viele Soldaten

Die ukrainischen Streitkräfte konnten zuletzt mit der Rückeroberung der Stadt Cherson einen militärischen Erfolg verbuchen – aber zu einem hohen Preis. „Bei der Befreiung der Stadt Cherson haben die Ukrainer eine sehr hohe Zahl an Soldaten verloren“, sagte Hofreiter. Cherson war die einzige Regionalhauptstadt, die die russischen Invasoren seit dem Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar einnehmen konnten.

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Hofreiter sprach sich erneut für die Lieferung von Schützenpanzern vom Typ Marder und von Kampfpanzern vom Typ Leopard 2 durch Deutschland aus. Deutschland sei das einzige Land, das der Ukraine mit dem Flugabwehrpanzer Gepard bereits einen westlichen Panzertyp geliefert habe. Der Gepard sei auch eine Offensiv-, nicht nur eine Defensivwaffe, und sei von den Ukrainern bei ihren Operationen etwa in Charkiw entsprechend eingesetzt worden.

09.11.2022, Ukraine, Isjum: Die Schäden eines zerstörtes Krankenhauses. Foto: Deml Ondøej/CTK/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Zu Besuch in der Nordukraine: überall nur verbrannte Erde

Bewohnerinnen und Bewohnern des zerstörten Dorfs Nowoseliwka im Norden der Ukraine droht ohne Strom und Heizung der Kältetod. Der schleppende Wiederaufbau in der Nordukraine zeigt, was Menschen in der befreiten Region um Cherson blühen könnte.

Wenig Spielraum für Verhandlungen

Lob gibt es in der Ukraine immer wieder für das deutsche Luftabwehrsystem Iris-T. Hofreiter sagte, viele der 48 gelieferten Raketen für Iris-T seien bereits verschossen worden. Dass der Nachschub stocke, liege nicht an der Bundesregierung, sondern an Produktionsengpässen des Herstellers Diehl. Die Ukrainer hätten deswegen beschlossen, das Iris-T-System zwar gegen russische Raketen, nicht aber gegen iranische Drohnen einzusetzen.

Hofreiter hält Gespräche der Ukraine mit Russland zu diesem Zeitpunkt des Krieges nicht für realistisch. „Die ukrainische Regierung hat wenig Spielraum für Verhandlungen“, sagte er. In der ukrainischen Bevölkerung gebe es besonders vor dem Hintergrund von russischen Kriegsverbrechen keine Unterstützung für solche Gespräche.

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