Attentat auf Präsident Moïse: Jetzt droht Haiti das totale Chaos

Ein Anhänger von Jovenel Moïse mit dessen Wahlplakat im Januar 2016. Mehr als vier Jahre war Moïse Präsident von Haiti, nun ist er erschossen worden. Das Land droht im Chaos zu versinken.

Ein Anhänger von Jovenel Moïse mit dessen Wahlplakat im Januar 2016. Mehr als vier Jahre war Moïse Präsident von Haiti, nun ist er erschossen worden. Das Land droht im Chaos zu versinken.

Bogota. Vor ein paar Wochen rief Präsident Jovenel Moïse den Rest der Welt um Hilfe an: Die internationale Staatengemeinschaft müsse Haiti unterstützen: „Das Land befindet sich seit 18 Jahren in einem Inferno der Gewalt. Ein höllischer Kreislauf der Unsicherheit. Und dieser Zyklus zwingt uns in eine Situation, in der wir ständig gezwungen sind, das Feuer zu löschen“, sagte Moïse und fügte an bewaffnete Banden hinzu, die im Land ihr Unwesen treiben: „Das Leben eines Banditen ist sehr kurz.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Spotify Ltd., der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Nun ist Moïse selbst Opfer eines Attentats geworden. Nach örtlichen Medienberichten wurde er in seinem Haus erschossen. Die Umstände sind unklar, es verbieten sich Spekulationen. Sicher ist dagegen: Das von einer Welle der Gewalt erfasste Land droht nun endgültig in ein Chaos abzugleiten. Haiti erscheint derzeit unregierbar.

Bewaffnete Gruppen werden die unsichere Lage für ihre Interessen nutzen

Eine durch und durch korrupte Politikerkaste, bittere Armut, Kriminalität, die Folgen verheerender Wirbelstürme und Erdbeben haben das ärmste Land der westlichen Hemisphäre zu einem Spielball unkalkulierbarer Kräfte gemacht. Trotz einiger Milliarden Euro Hilfsgelder nach dem schlimmen Erdbeben 2010, trotz des Engagements unzähliger NGOs.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Das alles wird Konsequenzen haben. Schon jetzt droht das Nachbarland, die bei deutschen Touristen beliebte Domini­kanische Republik, eine Art Grenzmauer zu bauen, um die bisweilen unkontrollierte Migration aus Haiti zu stoppen. Die politisch unsichere Lage werden nun bewaffnete Gruppen nutzen, um ihre Interessen durchzusetzen.

Moïse war umstritten, weil es eine heftige Debatte um die Dauer seiner Amtszeit gab. Kritiker monierten, diese sei bereits im Februar nach vier Jahren abgelaufen. Moïse dagegen bestand auf einer fünfjährigen Amtszeit. Eine von ihm initiierte Verfassungsreform scheiterte. Insgesamt war seine Präsidentschaft ein Desaster. Haitis Zukunft sieht düster aus.

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen