Beim Linken-Parteitag geht Bauch über Kopf

Dietmar Bartsch hatte sich für ein Bündnis von Linken, SPD und Grünen nach der Bundestagswahl im Herbst ausgesprochen, setzte sich aber nicht gegen den Flügel um Sarah Wagenknecht durch.

Dietmar Bartsch hatte sich für ein Bündnis von Linken, SPD und Grünen nach der Bundestagswahl im Herbst ausgesprochen, setzte sich aber nicht gegen den Flügel um Sarah Wagenknecht durch.

Hannover. Die Gewinnerin des Linken-Parteitages in Hannover reiste zeitgleich durch Mexiko: Angela Merkel. Wenn die Kanzlerin es nicht schon längst getan hat, kann sie spätestens jetzt den Sekt für ihre Wiederwahl kalt stellen. Die Linke hat Rot-Rot-Grün zu Grabe getragen. Und das nicht allein mit einem linksradikalen Programm für die Bundestagswahl.

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Der Bauch der Linken hat über den Kopf triumphiert. Trotz oder gerade wegen der Lippenbekenntnisse der Parteispitze, am Ziel einer „Mitte-Links-Regierung“ festhalten zu wollen, gab die Basis das unüberhörbare Signal aus, genug zu haben. Genug von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz, der lieber die FDP umschmeichelt, als eine „Gerechtigkeitswende“ zu protegieren. Genug von faulen Kompromissen. Genug sogar vom Genossen Bodo Ramelow, der als Thüringer Ministerpräsident der Privatisierung von Autobahnen den Weg ebnete.

Stattdessen huldigte die Partei einem neuen Heroen: Jeremy Corbyn. Der britische Labour-Chef steht für die reine linke Lehre, für Nato-Austritt, Verstaatlichungen und Reichensteuer. Seinen Erfolgen will die deutsche Linke nacheifern. Sie vergisst dabei nur eines: Nicht die uninspirierte und fehlerbehaftete Theresa May gilt es politisch zu bekämpfen – sondern die taktisch versierte Angela Merkel.

Von Jörg Köpke

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