Briten-Premier Johnson schmeißt mehrere Minister aus Kabinett

Großbritanniens Premier Boris Johnson trifft in der 10 Downing Street ein.

Großbritanniens Premier Boris Johnson trifft in der 10 Downing Street ein.

London. Der britische Premierminister Boris Johnson baut sein Kabinett um: Überraschend hat er am Donnerstag den Minister für Nordirland, Julian Smith, entlassen. Darüber hinaus mussten Wirtschaftsministerin Andrea Leadsom, Umweltministerin Theresa Villiers sowie mehrere Staatssekretärinnen und Staatssekretäre ihren Hut nehmen, wie die BBC am Donnerstag berichtete.

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Generalstaatsanwalt Geoffrey Cox verkündete via Twitter seinen Rücktritt, nachdem Johnson ihn aufgefordert habe, sein Amt niederzulegen.

Nordirland-Minister Smith war zuletzt für seine Hilfe gelobt worden, den politischen Stillstand in Nordirland zu beenden. Dort hatte es drei Jahre weder eine Regionalregierung noch ein Regionalparlament gegeben. Auf Druck der britischen und der irischen Regierungen begannen die irischen Nationalisten und die britischen Unionisten im Januar wieder eine Zusammenarbeit.

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Finanzminister Javid tritt zurück - offenbar aus Protest gegen Johnson

Völlig überraschend ist zudem Finanzminister Sajid Javid zurückgetreten. Dieser hätte eigentlich im Amt bleiben sollen, gab jedoch ebenfalls am Donnerstag seinen Rücktritt bekannt. Nach Berichten der BBC und der Nachrichtenagentur PA wollte er sich nicht den Forderungen von Johnson und dessen einflussreichem Berater Dominic Cummings beugen, alle seine Berater zu feuern und sie durch Leute des Premiers zu ersetzen.

Javid hätte eigentlich im März den Jahreshaushalt vorlegen sollen. Sein Rücktritt zum jetzigen Zeitpunkt ist ein schwerer Schlag für die Regierung, die nach dem Austritt aus der EU Ende Januar auch mit den verbliebenen 27 Mitgliedsstaaten über die künftigen Beziehungen verhandelt. Johnson legte außerdem ein ambitioniertes Infrastrukturprojekt vor, inklusive einer neuen, 100 Milliarden Pfund teuren Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke.

Großbritannien schied Ende Januar aus der Europäischen Union aus. Nun verhandelt es mit den verbliebenen 27 Mitgliedsstaaten über die künftigen Beziehungen. Bis zum Jahresende soll ein Abkommen vereinbart sein, das Handel und Sicherheit abdeckt. Eine Einigung ist bislang nicht in Sicht. Am 31. Dezember endet die Post-Brexit-Übergangsphase.

RND/AP

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