Positiv getestet aus dem Haus gehen?

FDP lässt nicht locker: Isolationsregeln für Corona-Infizierte komplett streichen

Derzeit müssen sich positiv Getestete für fünf Tage in Isolation begeben. Bevor sie die Quarantäne beenden, wird ein Corona-Test empfohlen.

Derzeit müssen sich positiv Getestete für fünf Tage in Isolation begeben. Bevor sie die Quarantäne beenden, wird ein Corona-Test empfohlen.

Berlin. Auch nach der verkündeten Entschärfung der Isolationsvorschriften lässt die FDP nicht locker und fordert eine vollständige Aufhebung der staatlichen Regelungen für Corona-Infizierte. Deutschland sollte dem Beispiel Großbritanniens folgen, wo sich positiv Getestete nicht mehr in Zwangsisolation begeben müssten, sagte FDP-Fraktionschef Christian Dürr dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Wir sollten auch in Deutschland die Isolationsregeln bei einer Corona-Infektion aufheben und auf Freiwilligkeit setzen“, sagte er.

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Wer positiv getestet, aber symptomfrei sei, sollte mit Maske und Abstand das Haus verlassen dürfen. „Ich bin fest davon überzeugt, dass die Menschen in dieser Frage eigenverantwortlich eine Entscheidung treffen können. Dafür braucht es nicht länger eine staatliche Regulierung.“

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Nach den neuen Leitlinien des Robert Koch-Instituts (RKI) darf die Isolation für Corona-Infizierte in der Regel schon nach fünf Tagen enden – mit einem „dringend empfohlenen“ negativen Test zum Abschluss. Es bleibt aber dabei, dass die Isolation von den Gesundheitsämtern angeordnet wird. Kontaktpersonen von Infizierten wird nur noch dringend empfohlen, für fünf Tage Kontakte zu reduzieren. Bisher dauern die Absonderungen in der Regel zehn Tage und können mit einem negativen Test nach sieben Tagen vorzeitig beendet werden.

Kontaktpersonen von Infizierten etwa im Haushalt oder in Schulen soll laut der Empfehlung nur noch dringend empfohlen werden, selbständig Kontakte zu reduzieren – vor allem mit Risikogruppen für einen schweren Corona-Verlauf. Zudem soll es eine dringende Empfehlung zu täglichen Tests oder Selbsttests mit Antigenschnelltests geben.

Empfehlung des RKI: Abschlusstest bei verkürzter Corona-Isolation

Wer sich mit Corona infiziert hat, soll nach der vorgeschriebenen Isolation dringend einen negativen Test haben.

Für manche Berufe ist Freitesten noch Pflicht

Für Beschäftigte im Gesundheitswesen und in der Pflege ist das abschließende Freitesten verpflichtend und nicht nur empfohlen. Voraussetzung für die Wiederaufnahme der Tätigkeit ist laut Empfehlung, dass man zuvor 48 Stunden symptomfrei ist – sowie ein frühestens am Tag fünf gemachter negativer Schnelltest von der Teststelle oder ein PCR-Test.

Diese Vorschriften sind allerdings in der Gesundheitsbranche umstritten. Während die Stiftung Patientenschutz einen Schnelltest als nicht ausreichend kritisiert, hält Kassenärztechef Andreas Gassen für das Pflege- und Klinikpersonal ein Freitesten nach fünf Tagen Isolation nicht mehr für notwendig.

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Die Krankenhäuser widersprechen. „Wir befürworten, dass sich Mitarbeitende in medizinischen Einrichtungen freitesten müssen. Hier ist der Schutz besonders vulnerabler Gruppen wichtig“, sagte der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, dem RND. Das gelte auch für die Mitarbeitenden von ambulanten Pflegediensten.

Die Lage in den Krankenhäusern entspannt sich derweil spürbar. „Wir haben auf der Intensivstation noch 1300 Covid-Patienten, so wenige wie seit September letzten Jahres nicht mehr“, berichtete der DKG-Chef. Durch die Abnahme der Infektionszahlen entspanne sich auch die Situation bei den Personalausfällen etwas. Dennoch sei hier noch kein Normalzustand erreicht, sagte er.

Nach seinen Angaben können die Kliniken jedoch jetzt sukzessive zuvor verschobene Leistungen nachholen. „Die Belastung für die Beschäftigten in den Kliniken bleibt also auch über den Sommer hoch“, mahnte der DKG-Chef.

Das RKI hatte am Dienstag von weiter fallenden Infektionszahlen berichtet. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sank auf 632,2 (Vortag 639,5). Die Gesundheitsämter meldeten 113.522 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages. Binnen 24 Stunden wurden 240 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es noch 304 Todesfälle.

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