Kommentar

Auch eine Maskenpflicht kann gut für die Freiheit sein

Eine FFP2-Maske zum Schutz vor dem Coronavirus: kein Symbol der Unfreiheit.

Karl Lauterbach (SPD) hat einen Plan gemacht. Mit insgesamt sieben Punkten will der Bundesgesundheitsminister das Land sicher durch den kommenden Corona-Herbst steuern. Lauterbachs Herbststrategie enthält wichtige Punkte – etwa zum besseren Schutz gefährdeter Menschen in Pflegeheimen. Auch dass die kostenlosen Bürgertests künftig eingeschränkt werden und damit weniger Geld verschlingen sollen, ist grundsätzlich vernünftig.

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Die Maßnahmen aus dem Strategiepapier des Ministeriums allein werden jedoch nicht ausreichen, sollten die Infektionszahlen im Herbst wieder in die Höhe schnellen. Dann brauchen wir erneut eine Maskenpflicht in Innenräumen und wohl auch weitere Schutzmaßnahmen. Lauterbach will darüber entscheiden, nachdem eine Sachverständigenkommission Ende Juni ihre Auswertung der bisherigen Corona-Maßnahmen vorgelegt hat. Mehrere Bundesländer machen jetzt bereits Druck und fordern eine Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes, um im Herbst nicht ohne Handlungsmöglichkeiten dazustehen.

Diese Forderungen sind berechtigt. Und es ist nicht Lauterbach, den die Länder davon überzeugen müssen. Vielmehr ist es die FDP, die im Bund gegen jede Verschärfung der Corona-Maßnahmen wettert und mauert. Sie ist es, die ihren Begriff von Freiheit über alles stellt. Die staatliche Verpflichtung, eine FFP2-Maske zu tragen, stellt tatsächlich eine Beschränkung der persönlichen Freiheit dar. Doch sie ist zum einen wirksam, wie Studien zeigen, und zum anderen ein mildes Mittel, im Vergleich zu anderen Schutzmaßnahmen. Ein Mittel zudem, das nicht nur Risikopersonen schützt, sondern hilft, die Normalität zu erhalten, in der wir uns nach den Anfängen der Pandemie wieder eingerichtet haben. Ein anderes Wort für diese Normalität ist Freiheit.

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