Deutsche Schuldenquote steigt voraussichtlich auf über 75 Prozent

Olaf Scholz, SPD, gibt vor einer Videokonferenz der Euro-Gruppe ein Pressestatement ab.

Olaf Scholz, SPD, gibt vor einer Videokonferenz der Euro-Gruppe ein Pressestatement ab.

Berlin. Wegen der Hilfspakete in der Corona-Krise steigt Deutschlands Staatsverschuldung deutlich an. Das Finanzministerium rechnet damit, dass die Schuldenquote - also das Verhältnis der Schulden zur gesamten Wirtschaftsleistung - Ende des Jahres bei 75,25 Prozent liegen wird. Das geht nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus dem Stabilitätsprogramm 2020 hervor, das die Bundesregierung Ende April der EU-Kommission vorlegen wird. Einen Wert in genau dieser Größenordnung hatte Finanzminister Olaf Scholz (SPD) zu Wochenbeginn bereits vorhergesagt. Der Bericht soll voraussichtlich am 22. April im Kabinett beschlossen werden.

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Mehr als 15 Prozent über eigentlich zulässigem Höchstwert

In den europäischen Verträgen von Maastricht ist eigentlich eine Schuldenquote von 60 Prozent als Höchstwert vereinbart. Deutschland hatte die Stabilitätskriterien zuletzt erstmals seit 2002 wieder eingehalten, die Quote war auf 59,8 Prozent gesunken.

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Der vorläufigen Prognose zufolge erwartet das Ministerium in diesem Jahr bei Bund, Ländern und Kommunen ein Defizit von 7,25 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Als Gründe genannt werden die "stark expansive Finanzpolitik zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie" und erhebliche Wachstumseinbußen. Die Bundesregierung hat massive Hilfspakete für Unternehmen, Selbstständige und Arbeitnehmer geschnürt. Dafür plant sie mit neuen Schulden in Höhe von 156 Milliarden Euro. Zugleich sollen aber auch die Investitionen etwa in die Infrastruktur auf ein Rekordniveau steigen.

RND/dpa


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