„Diesel-Gipfel-Beschlüsse reichen nicht aus“

Es wäre ein drastisches Szenario, sollte es wegen zu dreckiger Luft in Städten zu großflächigen Fahrverboten für ältere Diesel kommen.

Es wäre ein drastisches Szenario, sollte es wegen zu dreckiger Luft in Städten zu großflächigen Fahrverboten für ältere Diesel kommen.

Berlin. Das Umweltbundesamt hält die Beschlüsse des Dieselgipfels nicht für ausreichend, um drohende Fahrverbote flächendeckend zu verhindern. „Die beschlossenen Einzelmaßnahmen bringen nach unseren Schätzungen in der Regel maximal ein bis zwei Mikrogramm pro Kubikmeter Stickstoffdioxid-Belastung“, sagte Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes, den Zeitungen des RedaktionsNetzwerk Deutschland. In hochbelasteten Städten wie Stuttgart oder München mit Werten von aktuell mehr als 80 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter werde das Maßnahmenpaket nicht reichen, um die Luft ausreichend sauber zu bekommen. An weniger belasteten Straßenabschnitten könnten die Vorhaben die Belastung unter den Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft senken: „Dort wäre es möglich, drohende Fahrverbote allein mit diesen Maßnahmen zu verhindern.“

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Umweltbundesamt-Präsidentin Krautzberger sagte, der Gipfel sei „ein erster wichtiger Schritt nach vorn“ gewesen, besteht aber weiterhin auf einer technischen Nachrüstung. „Diesel-PKW verursachen in den Innenstädten mit mehr als 70 Prozent den Löwenanteil der verkehrsbedingten Stickoxid-Emissionen“, sagte sie. Die mit den Kommunen beschlossenen Maßnahmen zielten vor allem auf Busse, Taxen, kleine Nutzfahrzeuge und die Verkehrssteuerung. Zudem würden sie sicherlich erst schrittweise bis 2020 voll wirksam. „Wir brauchen daher zusätzlich zu den Software-Updates weitere Lösungen direkt an den Diesel-PKW. Es führt kein Weg daran vorbei, insbesondere Euro-5-Diesel-PKW mit SCR-Filtern nachzurüsten“, sagte Krautzberger. Eine Arbeitsgruppe des Nationalen Forums Diesel prüfe gerade, bei welchen Typen Hardware-Lösungen technisch machbar seien: „Hier sind Autoindustrie, aber auch das Verkehrsressort in der Pflicht, schnell einen Prüfbericht mit konkreten Lösungsvorschlägen vorzulegen.“

Von Rasmus Buchsteiner/RND

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