Diplomatischer Olympia-Boykott: Baerbock fordert europäische Antwort

Außenministerin Annalena Baerbock (l., Grüne) und ihr französischer Amtskollege Jean-Yves Le Drian.

Außenministerin Annalena Baerbock (l., Grüne) und ihr französischer Amtskollege Jean-Yves Le Drian.

Paris. Bei der Frage eines möglichen diplomatischen Boykotts der Olympischen Winterspiele in Peking 2022 setzt Außenministerin Annalena Baerbock auf ein gemeinsames europäisches Vorgehen.

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„Wir werden sowohl gemeinsam in der neuen Bundesregierung darüber entscheiden, wie wir weiter damit umgehen, und das aber im Einklang mit unseren europäischen Freunden“, sagte die Grünen-Politikerin am Donnerstag nach einer Zusammenkunft mit ihrem französischen Kollegen Jean-Yves Le Drian in Paris.

Baerbock sprach in dem Zusammenhang auch den Fall der Tennisspielerin Peng Shuai an. Die frühere Weltranglistenerste im Doppel hatte Anfang November im sozialen Netzwerk Weibo Vorwürfe wegen eines sexuellen Übergriffs durch einen chinesischen Spitzenpolitiker veröffentlicht. Der Post wurde bald danach gelöscht. Seither äußerten Sportler, Politiker und Menschenrechtler Sorge um das Wohlergehen der Tennisspielerin.

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Wie handelt Frankreich?

„Ich möchte an dieser Stelle einmal bewusst und deutlich aber sagen, dass wenn eine Frau solche Vorwürfe erhebt, dann muss das auch im internationalen Kontext Gehör finden“, sagte Baerbock. Man müsse dem nun nachgehen und dann zu einer gemeinsamen Antwort als Europäer kommen.

Auch Le Drian sagte, die Frage eines möglichen diplomatischen Boykotts werde auf europäischer Ebene gehandhabt. Frankreichs Bildungs- und Sportminister Jean-Michel Blanquer sagte dem Sender BFM TV hingegen, Frankreich werde keinen diplomatischen Boykott praktizieren.

China steht auch wegen Menschenrechtsverletzungen im Umgang mit Uiguren und Tibetern, wegen der Unterdrückung der Demokratiebewegung in Hongkong oder den Drohungen gegen Taiwan in der Kritik. Die USA hatten Anfang der Woche angekündigt, keine diplomatischen oder offiziellen Vertreter zu den Olympischen Spielen nach China schicken. Australien, Kanada und Großbritannien schlossen sich dem an.

RND/dpa

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