Ein Popanz namens Schmidt

Vergiftete Atmosphäre: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) sorgt mit seiner Glyphosat-Entscheidung für Missstimmung.

Vergiftete Atmosphäre: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) sorgt mit seiner Glyphosat-Entscheidung für Missstimmung.

Berlin. Ausgerechnet an einem wie Christian Schmidt soll eine Neuauflage der Großen Koalition scheitern, weil er nach Meinung mancher ein schlimmer Giftmischer ist? Der Landwirtschaftsminister taugt nicht zur krachledernen Kampffigur.

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Die Sozialdemokraten verlangen jetzt von der Kanzlerin Aufklärung wie es zum Glyphosat-Alleingang des CSU-Ministers in Brüssel hat kommen können. Von den Christsozialen will man Buße. Und von der Union erwartet man einen Kotau. Und alles nur, weil Schmidt bei der EU-Abstimmung über eine begrenzte Zukunft des Pflanzengiftes Glyphosat den gesunden Menschenverstand hat walten lassen. Die Sozis wissen nicht, was sie wollen und wohin sie wollen. Deshalb schreien sie besonders laut und machen aus dem kleinen Licht Schmidt ein großes Problem.

Denn eine Enthaltung Deutschlands bei der Abstimmung über die Glyphosat-Zukunft hätte in Wahrheit nur dazu geführt, dass die EU-Kommission die Entscheidung an sich gezogen hätte. Und die will mit Glyphosat weitermachen. Es ist also ein symbolischer Krach, um den es geht.

Politisch haben Sozial- und Christdemokraten nach dem schmählichen Jamaika-Aus derzeit nur ein Ziel: Wie macht man sich gegenseitig madig, so dass man mit den eigenen Problemen unterhalb des Wahrnehmbarkeits-Radar bleibt. Dafür allerdings taugt Schmidts Brüsseler Ministerentscheidung sehr gut.

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Es kann sein, dass sie auch ein Indiz dafür ist, wie weit der Autoritätsverlust von Angela Merkel als Kanzlerin und Richtlinienbestimmerin schon gediehen ist. Aber in jedem Fall ist der Glyphosat-Schmidt-Fall ein Hinweis darauf, dass vermutlich jede Art von Minderheitsregierung besser wäre als die Fortsetzung einer verkrampften großen Koalition.

Von Dieter Wonka

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