Ex-Werteunion-Chef Mitsch: Werteunion sollte sich auflösen

Der frühere Vorsitzende der Werteunion, Alexander Mitsch, kritisiert seinen Nachfolger Max Otte wegen dessen Kandidatur als Bundespräsidentenkandidat der AfD.

Der frühere Vorsitzende der Werteunion, Alexander Mitsch, kritisiert seinen Nachfolger Max Otte wegen dessen Kandidatur als Bundespräsidentenkandidat der AfD.

Berlin. Nach der Aufstellung des Werteunion-Vorsitzenden Max Otte als Bundespräsidentschafts-Kandidat der AfD hat dessen Vorgänger Alexander Mitsch die Auflösung der ultrakonservativen Vereinigung gefordert.

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„Max Otte hat mit der Kandidatur eine rote Linie überschritten. Die Kandidatur auf dem Ticket der AfD ist inakzeptabel. Herr Otte diskreditiert damit alles, wofür die Werteunion steht“, sagte Mitsch dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Die Kandidatur steht diametral gegen die in der Satzung, im Gründungsmanifest und in der Frankfurter Erklärung festgehaltene Ablehnung einer Zusammenarbeit mit der AfD. Dass die Kandidatur ausgerechnet vom rechten AfD-Flügel unterstützt wird, macht alles noch schlimmer.“

Die Idee der Werteunion, sich für eine inhaltliche Erneuerung der CDU einzusetzen, bleibe richtig.

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„Von der Werteunion kann dieser Impuls aber nicht mehr ausgehen“, sagte Mitsch. „Nach der Wahl von Friedrich Merz zum CDU-Vorsitzenden sollte sich die Werteunion nun geordnet auflösen. Die Mitglieder, die an einer wirtschaftsliberalen und konservativeren Politik interessiert sind, sollten sich verstärkt in der CDU/CSU engagieren.“

Mitsch plädierte zudem dafür, Otte den Vorsitzposten in der Werteunion zu entziehen. „Der Vorstand der Werteunion müsste Otte seiner Ämter entheben. Es reicht nicht, dass Otte den Vorsitz vorübergehend niederlegt“, sagte er. Dass die CDU ein Parteiausschlussverfahren gegen Otte in Gang gesetzt habe, sei zwingend.

Otte habe sich „auf eine politische Geisterfahrt begeben“, sagte Mitsch. Er habe „skrupellos den Fehler der Union ausgenutzt, auf einen eigenen Bundespräsidentenkandidaten zu verzichten“. Es entstehe der Eindruck, „dass er eine Schwächung der konservativen Kräfte in der CDU bewusst in Kauf nimmt, um die AfD zu stärken“.

Mitsch hatte die Werteunion 2017 mit gegründet und war bis 2021 deren Vorsitzender. Aus Protest gegen Positionierungen seines Nachfolgers 2021 trat er wenige Monate später aus der Vereinigung aus.

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Die Werteunion hatte sich unter anderem gegen die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel positioniert, die sie als zu liberal ansah. Nach Ottes Nominierung durch die AfD war unter anderem Ex-Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen aus der Werteunion ausgetreten.

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