Fall Assange: Anwältin bittet auch als dessen Partnerin um Freilassung

Julian Assange verlässt das Gericht in London (Archivfoto).

Julian Assange verlässt das Gericht in London (Archivfoto).

London. Im Bemühen um eine Freilassung von Julian Assange wegen der Coronavirus-Pandemie hat sich seine Anwältin nun auch als dessen Partnerin eingeschaltet. Sie sorge sich um die Gesundheit und das Leben des Wikileaks-Gründers, argumentierte die Juristin Stella Moris laut einem Bericht der britischen Nachrichtenagentur PA von Samstagabend in einem Gesuch an das zuständige Gericht. Assange befinde sich 23 Stunden am Tag in Isolation und erhalte keinen Besuch mehr, sagte Moris demnach weiter.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Wie laut PA aus den Gerichtsunterlagen hervorgeht, hatte Moris Assange 2011 in ihrer Rolle als Juristin kennengelernt und 2015 eine enge Beziehung zu ihm begonnen, als er noch in der ecuadorianischen Botschaft lebte. Aus der Verbindung sind demnach zwei Kinder hervorgegangen.

Assange sitzt derzeit im Hochsicherheitsgefängnis HMP Belmarsh im Südosten Londons. Ein Prozess über einen Auslieferungsantrag der USA soll am 18. Mai fortgesetzt werden. Zuletzt hatte ein Gericht am 25. März einen Antrag von Assange auf Freilassung unter Kautionsauflagen wegen der Coronavirus-Pandemie abgelehnt.

18 Anklagepunkte gegen Assange

Der Wikileaks-Gründer leidet nach Angaben von Freunden seit Monaten unter gesundheitlichen Problemen. Zudem breite sich das Coronavirus in der Haftanstalt aus. Ein Häftling sei demnach bereits an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, berichtete PA.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Die US-Justiz wirft Assange vor, der Whistleblowerin Chelsea Manning - damals Bradley Manning - geholfen zu haben, geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan zu veröffentlichen. Dabei soll Washington zufolge insbesondere die Sicherheit von US-Informanten aufs Spiel gesetzt worden sein. Bei einer Verurteilung in allen 18 Anklagepunkten drohen Assange bis zu 175 Jahre Haft.

Assange war im April 2019 verhaftet worden

Er bestreitet die Vorwürfe. Seinen Anwälten zufolge sind die Anklagepunkte konstruiert, um ein Exempel zu statuieren. Sie sehen in dem Verfahren einen Angriff auf die Meinungsfreiheit und fordern Freilassung Assanges. Die Wikileaks-Enthüllungen hatten unter anderem zur Aufdeckung von Kriegsverbrechen durch US-Soldaten geführt.

Assange hatte sich aus Angst vor einer Auslieferung an die USA 2012 in die ecuadorianische Botschaft in London geflüchtet. Die britische Polizei verhaftete Assange im April 2019, weil er mit der Flucht in die Botschaft gegen Kautionsauflagen verstoßen hatte.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

RND/dpa

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen