Demos angekündigt

Experten rechnen beim G7-Gipfel nicht mit Randale

Malerisch sieht das Hotel Schloss Elmau in Bayern aus. In der Anlage wird vom 26. bis 28. Juni 2022 zum zweiten Mal der G7-Gipfel stattfinden.

Malerisch sieht das Hotel Schloss Elmau in Bayern aus. In der Anlage wird vom 26. bis 28. Juni 2022 zum zweiten Mal der G7-Gipfel stattfinden.

Berlin. Am Samstag wollen sich die Kritiker treffen. Fünfzehn Organisationen – darunter Attac, Greenpeace, die Naturfreunde und der Word Wildlife Fund – rufen zu einer Großkundgebung in München auf, um vor Beginn des G7-Gipfels auf dem rund 100 Kilometer entfernten Schloss Elmau ihre Meinung kundzutun. Zwar bezeichnete der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete, spätere Linken-Politiker und noch immer Naturfreunde-Vertreter Uwe Hiksch den Gipfel als Meeting „imperialer Staaten“. Doch er sagte auch: „Wir erwarten, dass es eine friedliche, eine bunte und eine schöne Demonstration wird.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei und Bundespolizei, Andreas Roßkopf: „Es sieht nicht so aus, dass es zu jenen eklatanten Ausschreitungen kommt, zu denen es kommen könnte“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Das gilt nach Einschätzung des Gewerkschafters für den gesamten Gipfel, der am 26. Juni beginnt und am 28. endet.

Schloss Elmau bereitet sich auf den G7-Gipfel vor

In wenigen Wochen – exakt in 41 Tagen - werden in den bayerischen Alpen die Staats- und Regierungschefs der G7 erwartet.

Die zuletzt bekannt gewordenen polizeiinternen Dokumente über Sicherheitsmaßnahmen während des G7-Gipfels 2015 am selben Ort hätten für das bevorstehende Treffen keine Relevanz, sagte er. Das sieht Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD), die sich am Montag ein Bild von den Sicherheitsvorkehrungen machte und an einer Lagebesprechung der Polizei teilnahm, genauso.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Großes Sicherheitsaufgebot

Um das Schloss sind zwei Sicherheitsringe gezogen, der innere umfasst vier Quadratkilometer, der äußere einen Zaun von 16 Kilometern Länge. Das gesamte Areal wird von rund 18.000 Polizistinnen und Polizisten gesichert. Da bleibe nicht mal „ein Mäuschen“ unerkannt, sagte Roßkopf bereits vor Wochen. Generell gibt die oberbayerische Provinz für Randale keine gute Kulisse ab – anders als eine Großstadt wie Hamburg, wo man viel kaputt machen kann und zahlreiche potenzielle Zuschauerinnen und Zuschauer leben.

Bayern und der G7-Gipfel sind dafür bekannt, dass es keinen Handlungsspielraum für Straftäter gibt.

Andreas Roßkopf,

Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei

„Bayern und der G7-Gipfel sind dafür bekannt, dass es keinen Handlungsspielraum für Straftäter gibt“, sagt der Bundespolizist. „Das wirkt sich sehr positiv aus.“ Überhaupt sei „nicht ersichtlich, dass ein schwarzer Block anreist“.

Das wiederum hat nach Einschätzung des in erster Linie verantwortlichen bayerischen Innenministers Joachim Herrmann (CSU) neben der fehlenden Kulisse mit der politischen Großwetterlage zu tun. „Die Mobilisierung ist zum jetzigen Zeitpunkt deutlich geringer als beim G20-Gipfel in Hamburg 2017″, sagte er zuletzt dem RND. „Eine wesentliche Rolle dürfte dabei auch der Nato-Gipfel vom 28. bis 30. Juni in Madrid spielen. Möglicherweise wird es insbesondere die Krawallmacher aus den umliegenden Staaten eher dorthin ziehen.“ Zudem habe US-Präsident Donald Trump 2017 im linksradikalen Lager wesentlich mehr polarisiert als sein Vorgänger Barack Obama 2015 oder der aktuelle Präsident Joe Biden, so Herrmann. Schließlich ist da der russische Angriff auf die Ukraine, der linksextremistische Feindbilder durcheinanderbringt.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
17.06.2022, Schleswig-Holstein, Laboe: Die deutsche Fregatte "Sachsen" der Klasse F124 fährt nach dem Manöver Baltic Operations (BALTOPS) auf der Ostsee in die Kieler Förde ein. Seit dem 5. Juni 2022 haben sich laut Marine 45 Schiffe und Boote, 75 Flugzeuge und rund 7000 Soldaten aus 14 Nato-Staaten sowie Finnland und Schweden an der Übung beteiligt. Das unter Führung der US-Navy stehende Manöver findet seit 1972 jährlich statt, dieses Jahr zum 51. Mal. Foto: Marcus Brandt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Manöver auf engstem Raum: „Das Potenzial für Kollisionen und Missverständnisse ist hier durchaus hoch“

Auf der Ostsee begegnen einander Schiffe von Nato und Russland auf engstem Raum – durch den Ukraine-Krieg ist die Gefahr einer Eskalation noch einmal deutlich gewachsen.

In Berliner Sicherheitskreisen gibt man sich ebenfalls entspannt. Innenministerin Faeser sah am Montag lediglich beim „Anklicken von Webseiten für den G7-Gipfel“ eine erhöhte Aktivität.

Laden Sie sich jetzt hier kostenfrei unsere neue RND-App für Android und iOS herunter

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Letzte Meldungen