Gauland will Integrationsbeauftragte „entsorgen“

AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland.

AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland.

Eichsfeld. Mit einer Aussage über die stellvertretende SPD-Vorsitzende und Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz, hat Alexander Gauland für Schlagzeilen gesorgt. Er sei froh, sie in Anatolien entsorgen zu können. Anlass für die Aussage des AfD-Spitzenkandidaten gab eine Äußerung der SPD-Politikerin. Eine "spezifisch deutsche Kultur" sei jenseits der Sprache "schlicht nicht identifizierbar", hatte Özoguz im Mai dem Tagesspiegel gesagt.

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„Man will uns dieses Deutschland wegnehmen“

Auf einer Wahlkampfveranstaltung im thüringischen Eichsfeld nahm Gauland laut Berichten der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ nun Stellung zu Özoguz’ Aussage: „Das sagt eine Deutschtürkin. Ladet sie mal ins Eichsfeld ein und sagt ihr dann, was spezifisch deutsche Kultur ist. Danach kommt sie hier nie wieder her, und wir werden sie dann auch, Gott sei Dank, in Anatolien entsorgen können.“ Die Besucher sollen Gauland mit Applaus und Jubelrufen bedacht haben.

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Zum Zuzug von Asylsuchenden, islamistischen Terroristen und kriminellen Einwanderern sagte Gauland: „Man will uns dieses Deutschland wegnehmen. Und, liebe Freunde, das ist fast so etwas – früher hätte man das eine Invasion genannt – wie eine schleichende Landnahme.“ Dieser schleichenden Landnahme müsse man geschlossen widerstehen, betonte Gauland. Abgelehnte Asylbewerber müsse man auch in Länder abschieben, in denen es zu Menschenrechtsverletzungen kommt – etwa Libyen.

Entsetzen bei der SPD, Verständnis bei Weidel

Mehrere Politiker reagierten entsetzt auf die Äußerungen des AfD-Spitzenkandidaten. „Die Entgleisung von Gauland gegenüber Özoğuz ist widerlich. Wir müssen alles dafür tun, dass solche Rassisten nicht in den Bundestag kommen“, teilte SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz via Twitter mit.

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Noch persönlicher wurde Ralf Stegner: Der SPD-Vize bezeichnete Gauland aufgrund seiner Özoğuz-Aussage als „widerlichen senilen Hetzer“.

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Verständnis äußerte dagegen Gaulands Parteikollegin Alice Weidel. Die AfD-Spitzenkandidatin sagte im ZDF-Morgenmagazin, sie könne die Forderung, dass Özuguz nicht in das Amt, sondern in die Türkei gehöre, „unterschreiben“. Gleichwohl räumte Weidel ein, dass sie die Wortwahl von Gauland nicht wählen würde.

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Von RND/are/zys

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