Gegen Hamsterkäufe: Bundesinstitut schränkt Abgabe bestimmter Arzneimittel ein

Ein Schild mit einem Apotheken-Hinweis.

Ein Schild mit einem Apotheken-Hinweis.

Berlin. In Zeiten der Corona-Pandemie wird nicht nur Klopapier gehamstert. Viele Menschen wollen oder müssen auch einen Vorrat an Medikamenten zu Hause haben. Um bereits eingesetzte Hamsterkäufe künftig zu verhindern, hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) nun drastische Regeln verabschiedet.

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Durch das Corona-Virus sind momentan Lieferketten weltweit unterbrochen. Das trifft auch die Versorgung mit Arzneimitteln, die häufig in Ländern wie China hergestellt werden. Deshalb hat das Bundesinstitut nun eine “allgemeine Anordnung” erlassen. Diese gilt für Pharmagroßhändler und zwingt sie, bestimmte Medikamente “nicht mehr über den normalen Bedarf hinaus an Apotheken zu liefern”. Sie sind angewiesen worden, öffentliche Apotheken nur “auf Basis der Abgabemengen des Vorjahrs” zu beliefern. Eine Abweichung von der Regel ist nur in “begründeten Ausnahmefällen” erlaubt. Als Begründung für den Schritt schreibt das Institut: “Aktuell kommt es bei einzelnen Marktteilnehmern verstärkt zu einer übermäßigen Bevorratung mit Arzneimitteln.” Diese führe “in direkter Folge zu einer Ungleichverteilung”.

Schärfere Maßnahmen sind nicht ausgeschlossen

Nicht alle Medikamente sind von der Anordnung betroffen, sondern nur die, die als “versorgungsrelevant”, also sehr wichtig für die Patientenversorgung, eingestuft werden. Die entsprechende Liste wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und medizinischen Fachgesellschaften regelmäßig aktualisiert. “Grundsätzliche Voraussetzung für die Versorgungsrelevanz eines Wirkstoffes beziehungsweise einer Wirkstoffkombination ist, dass die Arzneimittel verschreibungspflichtig sind und dass der Wirkstoff für die Gesamtbevölkerung relevant ist”, heißt es auf der Website. Wirkstoffe zur Behandlung seltener Krankheiten sind ausdrücklich ausgenommen.

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Sinn der Anordnung sei es, die “prioritäre Versorgung von Krankenhäusern und krankenhausversorgenden Apotheken im erforderlichen Umfang sicherzustellen”. Das BfArM behält sich eine weitere Verschärfung der Maßnahmen ausdrücklich vor. Auf der Website heißt es: “Die vorgenannten Maßnahmen gelten für den Zeitraum der Corona-Pandemie und enden automatisch mit dem Ende der Corona-Pandemie.”

Grundlage für das Vorgehen des Instituts ist das Arzneimittelgesetz und das Gesetz für einen fairen Wettbewerb in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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