Fast 20 Terabyte

Hackerangriff auf Rosneft Deutschland: Anonymous erbeutet Daten von russischem Energieriesen

Der russische Energiekonzern Rosneft will nach der Übernahme eines Großteils der Erdölraffinerie PCK in Schwedt alle Mitarbeiter weiterbeschäftigen.

Der russische Energiekonzern Rosneft wurde Opfer eine Hackerattacke.

Die Hackergruppe Anonymous hat nach eigenen Angaben etwa 20 Terabyte Daten bei einem Angriff am Freitag auf den Energiekonzern Rosneft Deutschland erbeutet. Wie die Hackeraktivisten bei Anonleaks schreiben, sei man „sehr tief in die Systeme von Rosneft Deutschland eingedrungen“. Dabei habe man „problemlos Backups von Laptops der Beschäftigten und Führungskräfte“ gefunden. Die Hacker hätten auch Zugriff auf die iPhones und iPads der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gehabt. Da die Verbindung aber unterbrochen wurde, habe man nur etwa 20 Terabyte Daten erbeuten können.

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Das Bundesamt für Sicherheit in der Informations­technik (BSI) bestätigte den Hackerangriff auf die deutsche Rosneft-Tochter gegenüber „Spiegel“ und „Welt“. Laut den Medienberichten habe das Unternehmen den Angriff selbst gemeldet. Dazu ist es als wichtiger Energie­lieferant, der zur sogenannten „kritischen Infrastruktur“ zählt, verpflichtet.

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Das BSI soll außerdem eine Cyber­sicherheits­warnung an andere Unternehmen und Organisationen der Mineralöl­wirtschaft herausgegeben haben. Die Staats­anwaltschaft Berlin soll wegen des Hackerangriffs ein Ermittlungs­verfahren eingeleitet haben. Das Bundes­kriminalamt ist laut „Spiegel“ mit den Ermittlungen beauftragt worden.

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Rosneft Deutschland soll seine Systeme vorerst vom Netz genommen haben, der Betrieb der Pipelines und Raffinerien sei aber aufrecht­erhalten worden. Der Konzern selbst äußerte sich gegenüber den beiden Medien zunächst nicht.

Schon vor etwa drei Wochen hatte Anonymous die Website von Rosneft Global angegriffen und vorübergehend lahmgelegt.

Rosneft Deutschland war in den letzten Jahren nach eigenen Angaben für etwa ein Viertel aller Rohölimporte nach Deutschland zuständig. Es zählt zu den größten Unternehmen in der Mineralöl­verarbeitung, mit etwa 12 Prozent der gesamten Verarbeitungs­kapazität in der Bundesrepublik. In Russland ist Rosneft der größte Ölproduzent, etwa die Hälfte der Aktien hält der russische Staat.

Vorsitzender des Aufsichtsrates von Rosneft Deutschland ist Altkanzler Gerhard Schröder (SPD). Anonleaks kommentiert dies mit den Worten „Wir sind gespannt, ob wir was über Herrn Schröder erfahren“.

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