Hanau: AfD schweigt über mutmaßlich rassistisches Tatmotiv

Fähnchen mit dem Logo der AfD liegen beim Landesparteitag der AfD Bayern auf einem Tisch. (Symbolbild)

Fähnchen mit dem Logo der AfD liegen beim Landesparteitag der AfD Bayern auf einem Tisch. (Symbolbild)

Hanau/Berlin. Auch die Spitzenpolitiker der AfD haben sich zu den mutmaßlich rassistischen Morden von Hanau geäußert. Dabei gaben sie ihren ganz eigenen politischen Dreh mit. Der rechtsradikale Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke schrieb auf Twitter: “Der Wahnsinn scheint sich in diesem Land immer mehr auszubreiten”. Am Montag bei Pegida in Dresden hatte er die Bundesrepublik ein “Irrenhaus” genannt, die Staatsanwaltschaft Dresden prüft, ob Volksverhetzung vorliegt. Ein Twitter-User schrieb: So nutze Höcke das Attentat von Hanau für seine eigene politische Agenda.

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Der Berliner AfD-Fraktionsvorsitzende Georg Pazderski schreibt gleich am Donnerstagmorgen: “Mindestens 11 Tote und mehrere Schwerverletzte bei Angriff auf Shisha-Bar. Ist das wirklich noch das 2017 von der Merkel-CDU beschworene ‘Deutschland in dem wir gut und gerne leben?’” und macht damit die Migrationspolitik der Kanzlerin für die offenbar rassistische Attacke verantwortlich.

Einhelliges Verschweigen des mutmaßlich rassistischen Hintergrundes

Die Vizefraktionsvorsitzende im Bundestag Beatrix von Storch schreibt von einem “psychotischen Amokläufer” und teilt auf Twitter mit: “Diese Wahnsinnstat erfüllt uns mit Wut und Abscheu.” Von seinem sehr wahrscheinlich rassistischen Motiv schreibt sie nichts, ebenso wenig die Bundestags-Fraktionschefs Alexander Gauland und Alice Weidel in einer gemeinsamen Presseerklärung, in der sie allgemein von einem “abscheulichen Verbrechen” und einer “grauenvollen Gewalttat” sprechen.

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Der Bundestagsabgeordnete Gottfried Curio warnt davor, die “unentschuldbare Gewalttat eines offensichtlich massiv psychisch gestörten Einzeltäters zu instrumentalisieren” – von dessen mutmaßlich rassistischen Beweggründen schweigt auch er.

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