Hariri folgt Macrons Einladung nach Paris

Der Premier des Libanon, Saad Hariri.

Der Premier des Libanon, Saad Hariri.

Beirut. Nach zwei Wochen der Spekulationen über sein Schicksal soll der libanesische Ministerpräsident Saad Hariri Saudi-Arabien Richtung Paris verlassen. Funktionäre seiner Partei „Zukunftsbewegung“ in Beirut sagten der Deutschen Presse-Agentur am Freitag, sie erwarteten die Abreise innerhalb weniger Stunden. Hariris aufsehenerregende Rücktrittserklärung Anfang November von Riad aus hatte den Libanon in eine politische Krise gestürzt und Angst vor einer Eskalation im Land geschürt.

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Das Büro des französischen Präsidenten Emmanuel Macron teilte mit, der Staatschef werde Hariri und dessen Familie am Samstagmittag in Paris empfangen. Es sei unter anderem ein gemeinsames Essen geplant. Es blieb zunächst unklar, wie lange Hariri in Frankreich bleiben wird. Es wird davon ausgegangen, dass der Besuch mehrere Tage dauert.

Der französische Präsident Emmanuel Macron begrüßt den libanesischen Regierungschef Saad Hariri im Elysee Palast.

Der französische Präsident Emmanuel Macron begrüßt den libanesischen Regierungschef Saad Hariri im Elysee Palast.

Seit der Rücktrittserklärung hatte Hariri die Golfregion nicht verlassen. Deshalb gibt es Spekulationen, Saudi-Arabien habe seinen Rückzug erzwungen und halte ihn fest, um im Libanon Spannungen mit der einflussreichen Schiitenmiliz Hisbollah zu erzeugen. Schutzmacht der Hisbollah ist der Iran, der mit Saudi-Arabien um Einfluss in der Region ringt.

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Hariri selbst bestritt die Gerüchte am Freitag erneut: „Mein Aufenthalt im Königreich ist Konsultationen über die Zukunft des Libanons und die Beziehungen mit der Arabischen Welt geschuldet“, schrieb er auf Twitter. Alle Geschichten über ihn und den Verbleib seiner Familie seien nur Gerüchte.

Libanon von schwerer innenpolitischer Krise heimgesucht

Paris hatte sich in den vergangenen Tagen mit zahlreichen diplomatischen Kontakten in die Krise eingeschaltet, unter anderem war Macron selbst vergangene Woche nach Riad gereist. Er hatte Hariri schließlich „für einige Tage“ nach Frankreich eingeladen. Frankreich hat als frühere Mandatsmacht traditionell enge Kontakte zum Libanon. Auch die Familie Hariri hat enge Beziehungen zu den Machtzirkeln in Paris.

Eine Rückkehr Hariris nach Beirut wird als Voraussetzung für eine Lösung der schweren innenpolitischen Krise gesehen, die der 47-Jährige mit seiner Ankündigung in dem fragilen Land am Mittelmeer ausgelöst hatte. Hariri ist trotz seiner Rücktrittserklärung rechtlich noch immer der Regierungschef des Libanons, weil er seinen Rücktritt bislang nicht offiziell in Beirut eingereicht und auch Präsident Michel Aoun den Schritt nicht akzeptiert hat.

Von dpa/RND

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