Hoffnung für Afrikas Jugend?

Kinder bei einem Schulessen in Malawi: In dem ostafrikanischen Land sind fast 40 Prozent der Kleinen unterversorgt.

Kinder bei einem Schulessen in Malawi: In dem ostafrikanischen Land sind fast 40 Prozent der Kleinen unterversorgt.

Berlin. Es wird um die Jugend gehen, wenn sich in dieser Woche Spitzenpolitiker der Afrikanischen und der Europäischen Union in der Elfenbeinküste treffen. Das ist richtig und logisch, denn Afrika ist der jüngste Kontinent der Welt. Die Europäer wollen den Zuzug weiterer Flüchtlinge begrenzen – sie wollen, dass die Jugend Afrika nicht verlässt. Die Afrikaner wiederum wissen von dem Druck, unter dem ihre europäischen Amtskollegen stehen – und dass die Europäer unter dem Stichwort „Fluchtursachen bekämpfen“ bereit sind, viel Geld lockerzumachen. Doch die afrikanischen Regierungen wollen nicht nur die Not der Europäer ausnutzen. Es geht ihnen tatsächlich auch um ihre Jugend.

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Ich habe in Städten, Dörfern, Flüchtlingslagern, Häfen, an Stränden und auf Müllkippen immer wieder mit jungen Menschen gesprochen, die ihre Heimat verlassen wollten. Obwohl sie wussten, dass ihnen in den KZ-ähnlichen Flüchtlingslagern in Libyen Vergewaltigung und Folter drohen; obwohl sie wussten, dass die Fahrt über das Mittelmeer immer gefährlicher wird. Sie entschieden sich nicht nur dafür, weil sie zu Hause keine Arbeit finden konnten, sondern auch, weil ihnen dort fundamentale Kinder-, Frauen- und Menschenrechte verwehrt werden oder sie vor einem Krieg fliehen mussten. Die Konferenz wird dazu wohlfeile Absichtserklärungen verabschieden. Die Geduld für deren Umsetzung werden viele Junge in Afrika jedoch nicht aufbringen. Sie werden eher bereit sein, ihr Leben auf dem Weg nach Europa zu riskieren, als ihre Jugend in Afrika zu verschwenden.

Philipp Hedemann ist Journalist und berichtete bereits aus rund 30 afrikanischen Staaten.

Von Philipp Hedemann

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